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KRITIK: How Not To Drown, Traverse Theater, Edinburgh Fringe ✭✭✭✭✭
Veröffentlicht am
Von
pauldavies
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Paul T Davies bespricht How Not To Drown von Nicola McCarthy, derzeit im Traverse Theatre im Rahmen des Edinburgh Fringe zu sehen.
Foto: Mihaela Bodlovic How Not To Drown Traverse Theatre, Edinburgh Fringe
10. August 2019
5 Sterne
Als er ein Kind war, während der Unruhen nach dem Kosovokrieg, wurde Dritan Kastrati von seinem Vater auf eine gefährliche Reise nach Grossbritannien geschickt – in dem Glauben, dort würde er bis zu seinem 18. Lebensjahr überleben und ein besseres Leben haben. Das ist seine wahre Geschichte, bearbeitet und geschrieben von Nicola McCarthy gemeinsam mit Ditan. Das Stück ist eine Reise durch Kulturen, Grenzen, Zuhause und Gefühle – wunderschön auf die Bühne gebracht und inszeniert von Neil Bettles, der zudem die beeindruckende, fliessende und poetische Choreografie entwickelt. Das Ensemble spielt sowohl Ditan als auch jede einzelne Figur, und ihre Arbeit wirkt nahtlos und beweglich. Dritan selbst erzählt und teilt seine Geschichte mit Ajjaz Awad, Esme Bailey, Daniel Cahill und Reuben Joseph – sie schlagen wie ein einziges Herz. Die erste Hälfte, in der Boote, Lastwagen, Züge und dubiose Transportmittel entstehen, ist brennend intensiv und unmittelbar; die Reisen werden mit minimalen Requisiten erschaffen. Die Szenen der kleinen Boote, ausgeliefert dem Meer, sind atemberaubend. Doch die zweite Hälfte ist noch eindringlicher, wenn Ditan in Grossbritannien in das Sozialsystem gerät. Spoiler-Warnung: Die Behörden kommen dabei nicht gut weg. Doch allmählich begegnet er guten Menschen, guten Pflegeeltern – und hier begannen bei mir die Tränen zu fliessen – einer Lehrkraft, die ihn rettet. Die Frage „Warum hat mein Vater das getan?“ zieht sich durch das Stück, und am Ende darf er sie stellen, als Ditan nach Hause zurückkehrt, in ein Land, zu dem er sich nun nicht mehr zugehörig fühlt. Aber wo ist Zuhause? Diese Frage wird beim Fringe in diesem Jahr häufig gestellt, und diese wunderschöne Produktion liefert keine einfachen Antworten. Dieses Stück bleibt noch lange bei Ihnen, nachdem Ditan seine Geschichte erzählt hat: inspirierend und bewegend – die Geschichte eines Überlebenden, der das Schlimmste und das Beste der Menschlichkeit erfahren hat.
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