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REZENSION: Du für mich für dich, Royal Court Theatre ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

christinefirkin

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Wendy Kweh (Minhee) und Andrew Leung (Youngsup) in You For Me For You. Foto: Tristram Kenton You For Me For You

Royal Court Theatre

10. Dezember 2015

4 Sterne

You For Me For You feierte 2012 seine Uraufführung und ist nun bis zum 9. Januar 2016 im Royal Court Theatre in Sloane Square zu sehen. Es ist eine atemlose und vielschichtige Geschichte über Geflüchtete – und damit ein Stück unserer Zeit. In dieser Erzählung sind die Geflüchteten zwei Frauen aus der „besten Nation der Welt“ – Nordkorea.

Das Stück eröffnet ein Fenster in das Leben von Minhee und Junhee in ihrer Heimat und verfolgt dann die sehr unterschiedlichen Wege ihrer Flucht. Junhee schafft den Sprung in ein neues Leben in Amerika, während Minhee ins Straucheln gerät und in einem Loch zurückbleibt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Gesamtwirkung der szenischen Montage bleibt flüchtig. Gerade wenn die Richtung der Geschichte eindeutig scheint, wechselt die Szene – und das Offensichtliche verschwimmt.

Dieser Effekt wird durch das Bühnenbild von Jon Bausor noch verstärkt. Die Eröffnungsszene ist fest in der Normalität verankert, doch je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr bleibt diese Normalität zurück, und alles wird durch das Spiegel-Setting gebrochen. Minhee und Junhee rasen wie durch einen Alice-im-Wunderland-Tunnel in eine surreale Welt. Das Publikum entscheidet selbst, welche Szenen „wirklich“ sind und welche in den Köpfen der Protagonistinnen stattfinden. Mal ist das Bild atemberaubend schön, mal verstörend. Zudem ist es für jede Person im Zuschauerraum einzigartig, weil sich die Spiegelungen je nach Blickwinkel verändern.

Dazu kommen kluge Licht- und Soundgestaltung sowie der Einsatz projizierter Bilder.

Minhee wird von Wendy Kweh wunderschön gespielt: Mit großer Präzision zeichnet sie ihre Figur und formt ihre Darstellung mit beeindruckendem Können. Zeit und Emotion ruft sie scheinbar mühelos hervor. Die jüngere Schwester, Junhee, ist ebenso sorgfältig gestaltet von Katie Leung. Leung zeigt Junhee als kämpferisch und leicht rebellisch, lässt aber immer wieder auch eine feinere Verletzlichkeit durchscheinen.

Das Ensemble in den Nebenrollen ist durchweg sehr stark. Daisy Haggard spielt Liz, die wir zunächst als amerikanische Verkäuferin kennenlernen. Das Publikum hört die Sprache aus Junhees Perspektive – also als Fremdsprache. Haggard setzt das hervorragend um, und es ist faszinierend zu beobachten, wie sich die Verständlichkeit der Sprache in den folgenden Szenen entwickelt.

Paapa Essiedu gibt Junhees Love Interest Wade überzeugend – und mit großer Empathie.

Kwong Loke und Andrew Leung übernehmen beide mehrere Rollen und tragen wirkungsvoll zum Ensemble bei.

You For Me For You ist ein sorgfältig gearbeitetes und bedeutendes Stück, das seinem Publikum die Möglichkeit gibt, sich kurz mit einer Situation zu verbinden – einer Situation, die man erleben muss, um sie wirklich zu verstehen.

You For Me For You läuft im Royal Court bis zum 9. Januar 2016

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