Seit 1999

Vertraute Nachrichten & Rezensionen

26

Jahre

Das Beste des britischen Theaters

Offizielle Eintrittskarten

Wählen Sie Ihre Plätze

Seit 1999

Vertraute Nachrichten & Rezensionen

26

Jahre

Das Beste des britischen Theaters

Offizielle Eintrittskarten

Wählen Sie Ihre Plätze

  • Seit 1999

    Vertrauenswürdige Nachrichten & Rezensionen

  • 26

    Jahre

    Das Beste des britischen Theaters

  • Offizielle Eintrittskarten

  • Wählen Sie Ihre Plätze

REZENSION: RoosevElvis, Royal Court ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

Leitartikel

Share

RoosevElvis

Royal Court

26. Okt 2015

4 Sterne

Rezension von James Garden

Tickets kaufen

Es ist eine eigentümliche Prämisse – ein Stück über eine gescheiterte lesbische Beziehung, erzählt als Buddy-Roadtrip von Theodore Roosevelt und Elvis, mit einem Hauch von Thelma & Louise. Da möchte man als Zyniker*in am liebsten schreien: „Ja, schon klar, du hast Judith Butler gelesen. Gender ist Performance.“ Doch The TEAMs neueste, kollektiv entwickelte Arbeit, die derzeit aus Brooklyn nach Sloane Square transferiert wurde, ist ein ungemein charmantes, intimes Theatererlebnis, das selbst den hartgesottensten Skeptiker*innen das Herz wärmen kann.

Ann/Elvis werden von Libby King hervorragend gespielt, perfekt ergänzt von Kristen Sieh als Brenda und dem 26. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Mit großer Leichtigkeit gleiten sie über die Bühne und wechseln präzise zwischen den Rollen.

Das ist eines dieser Stücke, bei denen der Entwicklungsprozess wirklich aufgeht – und The TEAM versteht es, das mit viel Esprit zu machen. Regie, Filmelemente, Szenenbild, Kostüm, Sound- und Lichtdesign greifen nahtlos ineinander und formen eine Arbeit, die wie im Flug vergeht. Einige Witze zündeten beim anwesenden britischen Publikum allerdings nur halb – doch wenn man ein so ausgeprägt amerikanisches Stück zeigt, geht eben manches in der Übersetzung verloren.

Das einzige bedauerliche Problem schien zu sein, dass es Momente gab, in denen das Publikum durch die schiere sensorische Überfülle aus dem Stück gerissen werden konnte. In den ersten Momenten der ersten „Gegenwart“-Szene spricht Ann als Elvis mit sich selbst, doch in Kings anfänglicher Verkörperung verschwimmen die beiden Figuren zu sehr miteinander – es entsteht ein überflüssiger Verfremdungseffekt, der beim Lesen auf der Seite nicht vorhanden ist. Eine kleine Entscheidung, die große Teile der ersten 20 Minuten ziemlich verwirrend macht. Ähnlich ist es, wenn „Elvis“ Pizzakartons mit Karatehieben zerlegt und Teddy Büffel aus der BBC-Doku Planet Earth vor einem riesigen Greenscreen verprügelt – da fragt man sich, ob es nicht eine einsame Stimme im TEAM gab, die gesagt hat: „Moment mal …“

Sobald das Publikum jedoch die zentrale Prämisse der doppelten Natur der Figuren verinnerlichen darf, fügt sich die Geschichte ausgesprochen gut zusammen. Die Erzählung einer depressiven lesbischen Frau aus South Dakota auf einer Reise zu sich selbst, geführt von zwei Ikonen des amerikanischen Mythos, funktioniert auf bizarre Weise – und ist dabei brutal ehrlich, im besten und rohesten Sinne.

Trotz der anfänglichen visuellen Verwirrung ist das ein äußerst gut anzuschauender Theaterabend. Diesen Herbst ein Muss.

RoosevElvis läuft am Royal Court bis zum 14. November 2015. Jetzt buchen!

Diesen Artikel teilen:

Diesen Artikel teilen:

Erhalten Sie das Beste des britischen Theaters direkt in Ihr Postfach

Seien Sie die Ersten, die sich die besten Tickets, exklusive Angebote und die neuesten Nachrichten aus dem West End sichern.

Sie können sich jederzeit abmelden. Datenschutzrichtlinie

FOLGEN SIE UNS