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KRITIK: Tokyo Rose, Underbelly Cowgate, Edinburgh Fringe ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

markludmon

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Mark Ludmon bespricht Burnt Lemon Theatres Produktion Tokyo Rose, die derzeit im Underbelly Cowgate beim Edinburgh Fringe zu sehen ist.

Tokyo Rose Underbelly Cowgate, Edinburgh Fringe

Vier Sterne

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Burnt Lemon Theatre beleuchtet in ihrer neuen Show Tokyo Rose ein erschütterndes Kapitel der Ungerechtigkeit. Mit einer treibenden, insistierenden Partitur haben sie ein energiegeladenes Musical geschaffen, das die Geschichte der US-Amerikanerin Iva Toguri d’Aquino erzählt, die wegen Hochverrats angeklagt wurde, nachdem sie während des Zweiten Weltkriegs an englischsprachigen Radiosendungen für alliierte Soldaten im Südpazifik mitgewirkt hatte.

Von ihrer Geburt am 4. Juli in Los Angeles als Tochter japanischstämmiger Eltern ausgehend, rückt die Show die Behandlung von Einwander*innen und ihren Kindern als Außenseiter in den Fokus – ein Thema, das bis heute sowohl in Grossbritannien als auch in den USA hochaktuell ist. Nach dem Aufwachsen in Kalifornien und dem Studium an der UCLA wurde Iva unter Druck gesetzt, nach Japan zu reisen, um sich um eine kranke Tante zu kümmern – nur wenige Monate bevor die USA durch den Angriff auf Pearl Harbor in den Krieg hineingezogen wurden. Burnt Lemon zeigt, wie Iva in Japan feststeckt und, auf Arbeit angewiesen, schliesslich bei Radio Tokyo landet. Sie versteht sich als Amerikanerin und weigert sich, ihre Staatsbürgerschaft aufzugeben oder an antiamerikanischer Propaganda mitzuwirken – was ihre spätere Behandlung durch das US-System umso empörender macht.

Geschrieben von Maryhee Yoon und Burnt Lemons gemeinsamer künstlerischer Leiterin Cara Baldwin, fängt die Show packend die Ungerechtigkeit ein, mit der Iva behandelt wurde, und die dahinterliegende Fremdenfeindlichkeit. Inszeniert von Burnt Lemons weiterer künstlerischer Leiterin Hannah Benson, ist das rein weibliche Ensemble aus fünf Darstellerinnen – angeführt von Maya Britto als Iva sowie Baldwin, Benson, Lucy Park und Yuki Sutton – hervorragend. Die von William Patrick Harrison komponierte Musik bietet einige kraftvolle Songs, darunter Ivas Verzweiflung in „Caught in the Crossfire“ und ihr abschliessendes Plädoyer in „I Am America“ – Teil einer Partitur, die gemeinsam mit der entschlossenen Ensemble-Choreografie kaum je nachlässt. Die Zeit wird durch prägnante 1940er-Jahre-Kostüme von Erin Guan und ein Bühnenbild auf Grundlage von Vintage-Radiotechnik heraufbeschworen, entworfen von Luke W Robson.

So fesselnd Ivas Geschichte ist, leidet die Inszenierung stellenweise unter einem leichten Gefühl emotionaler Distanz zum Albtraum dessen, was ihr widerfahren ist. Das wird jedoch durch die Musik und die leidenschaftlichen Darbietungen mehr als ausgeglichen – und so erhalten wir einen verlockenden Einblick in eine wahre Geschichte, die nur wenige kennen. In Ivas Leben steckt weit mehr, als ein einstündiges Musical je vermitteln könnte, darunter auch ihre mutigen Bemühungen, amerikanischen Kriegsgefangenen zu helfen. Umso bemerkenswerter ist es, dass ihre Geschichte bis heute weder im Kino noch im Fernsehen wirklich angemessen erzählt wurde.

Zu sehen bis 25. August 2019, anschliessend im New Diorama Theatre London, 8. bis 12. Oktober 2019

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