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KRITIK: Der Prozess, Brockley Jack ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

28. August 2016

Von

danielcolemancooke

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Der Prozess

Brockley Jack

24. August 2016

4 Sterne

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In einer Zeit, in der Bürgerrechte nie weit von den Schlagzeilen entfernt sind, ist es eine höchst passende Spielzeit, Kafkas Der Prozess auf die Bühne zu bringen. Doch dies ist keine gewöhnliche Fassung.

Howard Colyer hat das komplexe, vielschichtige Stück zu einem erweiterten Monolog verdichtet, in dem der Protagonist Joseph K alles spricht.

Kafkas Erzählung handelt von einem Mann, der von einem nebulösen Gegenspieler verhaftet und angeklagt wird – ohne zu wissen, welches Verbrechen er begangen haben soll oder was ihn in seine jetzige Lage gebracht hat. Der Stoff ist nach wie vor ebenso fesselnd; in einem Zeitalter von Verschleppungen und Überstellungen wirkt der schleichende Horror, eines Verbrechens bezichtigt zu werden, das man nicht begangen hat, weiterhin erschreckend nachvollziehbar.

Colyers Neubearbeitung ist wirkungsvoll, und das Stück verliert nichts von seiner Schärfe und Qualität.  Das Bühnenbild ist schlicht, aber effektiv: eine Gefängniszelle, überzogen mit obsessivem, sich wiederholendem Graffiti.

Allerdings wirkt das Ende etwas abrupt und könnte ein besseres Timing vertragen; die Produktion ist nicht übermäßig lang und könnte daher problemlos mehr Raum zur Entfaltung bekommen.

Brendan O’Rourke ist als Joseph K bemerkenswert; als Protagonist ist er berührend und sanft, nimmt dabei jedoch eine Reihe unterschiedlicher Figuren an. Seine Stimme und seine körperliche Gestaltung besitzen eine wandelbare Qualität, die es ihm erlaubt, in freiem Fluss zwischen den Rollen zu gleiten.

Der Prozess ist ein intensiver, zum Nachdenken anregender Abend, der einen frischen Blick auf eines der bekanntesten Werke Kafkas eröffnet. Ein faszinierendes Stück in einem ausgezeichneten Theater.

Der Prozess läuft im The Brockley Jack bis Samstag, 27. August 2016

Fotos: Jessy Boon Cowler

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