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REZENSION: Noyes Flut, Theatre Royal Stratford East ✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

julianeaves

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Julian Eaves rezensiert Noye’s Fludde, ein Community-Theaterstück, das derzeit im Theatre Royal Stratford East zu sehen ist

Die Besetzung von Noye’s Fludde, Foto: Marc Brenner Noye’s Fludde Theatre Royal Stratford East,

4. Juli 2019

3 Sterne

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Die Gentrifizierung von Stratford schreitet unaufhaltsam voran – und dazu passt dieses Ur-Community-Theatre-Stück aus der Feder von Benjamin Britten und den Autoren der Chester Mystery Plays aus dem 15. Jahrhundert, ganz zu schweigen von ein paar Versatzstücken aus diversen kirchlichen Quellen, die hier zusammengewürfelt wurden.  Eklektisch ist es allemal.  Und es eilt ihm ein beträchtlicher Ruf voraus, ziemlich wunderbar zu sein – zumindest, wenn man der überlieferten Meinung der 1950er Jahre glaubt.

Eine Kuriosität ist es ganz bestimmt.  Knapp eine Stunde lang, bevölkert vor allem von begeisterten Kindern, als Tiere herausgeputzt, die auf die Arche getrieben werden – aus der bekannten Geschichte aus dem Buch Genesis über die Sintflut – und ergänzt durch ein paar Erwachsene, die die gesprächigeren Figuren übernehmen.  Die grosse Flut ist bekanntlich eine der berüchtigteren Zornausbrüche Gottes gegenüber seiner Schöpfung.  Apropos: Später wird hier einiges über „keine Rache mehr“ geredet.  Nun, ich würde dem Publikum raten, bei solchen „Versprechen“ sehr genau hinzuhören.  Ein flüchtiger Blick in die spätere biblische (wenn auch nicht unbedingt tatsächliche) Geschichte zeigt, dass Gott seine Zusagen ungefähr so zuverlässig einhält wie unsere geschätzten politischen Führungspersonen von heute.  Wie kurios.

Louise Callinan (Mrs Noye) und die Klatschweiber in Noye’s Flood. Foto: Marc Brenner

Die Kinder sind zahlreich und kommen aus lokalen Schulen – Brampton Primary und Churchfields Junior – während das Orchester mit jungen Musikerinnen und Musikern aus der ganzen Stadt gut gefüllt ist, verstärkt durch einige Profis aus dem etablierten Musikbetrieb (die Konzertmeisterin ist Janice Graham von der ENO, deren Herzensprojekt das hier ist).  Soutra Gilmour wurde verpflichtet, das – typisch – dominierende Bühnenbild zu entwerfen, mit Tierillustrationen von Oliver Jeffers.  Luke Halls flutet das Ganze mit Videoprojektionen, und Oliver Fenwick setzt es ins rechte Licht.  Wayne McGregor, unterstützt von Sarah Downing, liefert eine prachtvolle Choreografie für den Raben (Alyssia Baptiste oder Neve Woodham – und ich meine, ich habe Letztere gesehen; definitiv das Highlight der Produktion) und die Taube.

Marcus Farnsworth (Noah) und Louise Callinan (Mrs Noah) in Noye’s Fludde. Foto: Marc Brenner

Suzanne Bertish gibt einen eindrucksvollen, wortgewandten Gott – da fragt man sich, warum man sie nicht öfter auf der Bühne sieht.  Ihr Schützling, der archebauende Noah, ist Marcus Farnsworth, an seiner Seite Louise Callinan.  Beide erinnern uns sehr überzeugend daran, wie Britten klingen kann, wenn echte Sängerinnen und Sänger sich seiner Musik annehmen.  An anderer Stelle gilt: mal so, mal so – mit vielen Amateuren.  Der Mini-Chor der Klatschweiber (dies ist kein Libretto, das davor zurückschreckt, Stereotype zu bedienen, ganz im Gegensatz zur modischen Änderung des Geschlechts der Schöpferfigur): Hier sind einige Stimmen dabei, die eindeutig wie aus einem Kathedralchor (oder Ähnlichem) geschult wirken, neben anderen mit weniger stimmlichen Mitteln.  Man versteht einiges von dem, was sie singen … nicht alles.  Im Grossen und Ganzen weiss allerdings ohnehin jeder, dass es sehr viel geregnet hat und dass es mehr Überschwemmung gab, als selbst Tewkesbury je gesehen hat.

Die Besetzung von Noye’s Fludde. Foto: Marc Brenner

Wahrscheinlich ebenso vergnüglich wie alles, was auf der Bühne passiert, sind die drei Momente, in denen das Publikum – angeleitet vom charmanten ENO Music Director Martin Fitzpatrick – ein paar beliebte Songs-of-Praise-Hymnen lernt und dann kräftig mitsingt.  „For Those In Peril On The Sea“ ist dabei vielleicht der grösste Erfolg: Und ich hatte das Glück, es neben jemandem zu singen, der es in den Reihen der Eton Chapel gelernt hatte.  Ja, es ist genau so eine Art von Abend – mit genau so einem Publikum.

Das East End?  Wo ist das?  Was ist das?  Eine Stunde in der Gesellschaft dieser entzückend charmanten Theaterunterhaltung wird Sie darüber kaum aufklären.  Nein, nicht einmal die Präsenz der Stratford East Singers oder der anderen Mitwirkenden: ENO Baylis, ENO Community Choir oder der Guildhall School of Music and Drama.  Ein Drink an der Bar zeigt noch deutlicher, wie sich Nadia Falls’ Haus in die Arme des Bürgertums bewegt – und sich von jeder Verbindung zu einer „schwarzen“ Einwandererbevölkerung mit Wurzeln auf anderen Kontinenten entfernt: Die Bar wurde zurückgebaut und … weiss gestrichen.

Bis 13. Juli 2019

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