Beetlejuice Rezension: Das vollgepackte Musical lässt sich von so einer Kleinigkeit wie dem Tod nicht davon abhalten, eine verdammt gute Show abzuliefern!
Veröffentlicht am 29. Mai 2026
Wir haben ein Leben lang darauf gewartet, dass Beetlejuice the Musical dreimal an die Tür des West End klopft, und gerade als wir alle Hoffnung auf ein Transfer begraben geglaubt hatten, kam es aus der Unterwelt (Broadway) hervorgebrochen und zog ins Prince Edward Theatre ein. Sandwürmer schlängeln sich an den Theaterwänden entlang, plinkende Karnevalsmusik dröhnt durch den Saal, grüne und lila Lichter erstrahlen über dem Publikum, und das ikonische „Betelgeuse, Betelgeuse" flackert vor dem Vorhang auf. Da die Produktion endlich hier ist, verschwendet sie keine Sekunde damit, ihr Publikum zu begeistern (und zu ekeln). Es ist Showtime, lange bevor sich der Vorhang hebt.
Beetlejuice hatte auf der anderen Seite (des Teiches) großen Erfolg: Die 8-fach Tony Award nominierte Produktion begann ihr (sterbliches) Leben in Washington, bevor sie am Broadway und dann auf mehreren US-Tourneen zu sehen war. Der Kultfilm existiert schon eine Weile, aber im Gegensatz zu Mr. Juices Atem ist die Produktion noch frisch, mit Anspielungen auf aktuelle Ereignisse und populäre, moderne Ikonen. Die West-End-Adaption hat sich außerdem vollständig in die britische Kultur eingetaucht. Es gibt Anspielungen auf Matilda und Paddington, und auch Andrew Lloyd Webber bekommt einen kurzen Cameoauftritt – wenngleich keinen so schmeichelhaften wie in Jamie Lloyd's Sunset Boulevard…
Dies ist keine Eins-zu-eins-Verfilmung des Films von 1988 („Wir weichen vom Quellmaterial ab!", ruft David Flynn's Beetlejuice früh im Stück aus), aber das macht es nur besser. Zum einen hat dieser Beetlejuice weitaus mehr Auftritte als Michael Keaton's Exorzist (die Titelfigur hat nur 17 Minuten Leinwandzeit). Lydia's Mutter hat leider weniger Glück – in dieser Version ist sie tot (wie in Lydia's (Hannah Nordberg) Song „Dead Mom" so treffend zum Ausdruck gebracht wird).
Obwohl das Drehbuch leicht verändert wurde – ein defekter Stromkreis befördert die Maitlands (Waitress-Kollegen David Hunter und Chelsea Halfpenny werden im Leben (und im Tod) als das unglückliche Pärchen vereint) in Beetlejuice's Reich, und Delia ist nun ein Life-Coach statt eine Bildhauerin – hat die Show alle besten Momente des Films bewahrt. Wir sehen das tote Football-Team, eine Sekretärin, die durch ihre Luftröhre raucht, Bob taucht kurz auf, und wir bekommen eine längere Version des Banana Boat Song (Day-O) und Jump in the Line (Shake, Senora). Man wird sich definitiv nicht um sein Geld betrogen fühlen.
Ironischerweise strotzt diese Show über den Tod nur so vor Leben. Flynn ist ein Wirbelwind aus chaotischer Energie, während er das Publikum anspricht, Ukulelen in den Orchestergraben wirft und 2 Stunden und 30 Minuten lang absolutes Chaos anrichtet. Es wirkt ungeschrieben und durchgeknallt und macht verdammt viel Spaß. Hannah Nordberg ist eine Offenbarung als todesbessessene Lydia Deetz. Mit ihrem West-End-Debüt in dieser Rolle ist sie das schlagende Herz des Stücks und trägt ihre eindringlichen Balladen mit mehr Feuer vor als die Tiefen der Hölle.
Aimie Atkinson spielt Deetz's eingemietete Life-Coachin Delia. Als eine der herausragenden Leistungen des Musicals wirft sich Atkinson wirklich in die Rolle (buchstäblich) und ist fast genauso verrückt wie der nadelgestreifte Exorzist selbst. Sie ist bösartig komisch und lässt sich voll und ganz auf das „Beetlejuice-Chaos" ein.
Vollgepackt mit zauberhaften praktischen Effekten, Pyrotechnik, urkomischen Nummern („Creepy Old Guy" war ein besonderer Favorit) und nicht zu vergessen „einem riesigen verdammten Sandwurm" ist Beetlejuice ein vollgepacktes Musical, das sich von so einer Kleinigkeit wie dem Tod nicht aufhalten lässt, eine verdammt gute Show abzuliefern.
Beetlejuice ist am Prince Edward Theatre bis zum 17. April 2027 zu sehen.
Von Sian McBride
Susan Novak has a lifelong passion for theatre. With a degree in English, she brings a deep appreciation for storytelling and drama to her writing. She also loves reading and poetry. When not attending shows, Susan enjoys exploring new work and sharing her enthusiasm for the performing arts, aiming to inspire others to experience the magic of theatre.
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