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REZENSION: Midsummer, The Hub, Edinburgh International Festival ✭✭✭✭✭
Veröffentlicht am
Von
markludmon
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Mark Ludmon bespricht David Greig und Gordon McIntyres neue Version von Midsummer beim Edinburgh International Festival
Midsummer
The Hub, Edinburgh International Festival
Fünf Sterne
David Greig und Gordon McIntyre haben sich an ihren Riesenerfolg, das „Stück mit Songs“ Midsummer, zurückgewagt und ihm eine breitere, visuellere Anmutung gegeben. 2008 – damals in dem kleineren der beiden Spielräume des Traverse Theatre uraufgeführt – war es ein Zwei-Personen-Stück (mit Cora Bissett, heute Associate Director am National Theatre of Scotland und Schöpferin des Fringe-Highlights dieses Jahres What Girls Are Made Of). Durchsetzt mit McIntyres wunderschönen, eigenwilligen und bisweilen sehr witzigen Songs war das ursprüngliche Midsummer ein intimes, fesselndes Erlebnis, das mit seiner herzerwärmenden, aufmunternden Energie lange nachhallte.
Für das Edinburgh International Festival 2018 haben sie die Inszenierung erweitert und einen deutlich größeren Raum in das verwandelt, was wie das Setting einer Sommerhochzeit wirkt: mit Luftballons, gedeckten Tischen, einer Glitzerkugel und einer Band auf einem Teppich aus Kunstrasen. Das Ensemble hat sich verdoppelt; die ursprünglichen Figuren Bob und Helena teilen sich das Erzählen nun mit ihren älteren Gegenstücken. Unweigerlich geht dadurch etwas von der Intimität des Originals verloren, doch unter der Regie von Kate Hewitt ist es genauso zauberhaft und mitreißend – und das Ensemble nutzt den größeren Raum, inklusive der Galerie, voll aus.
Die Show ist zugleich ein Liebesbrief an Edinburgh und spielt an vertrauten Orten in der Stadt – von The Meadows und den Princes Street Gardens bis zur Conan Doyle Bar. Der Text wurde aktualisiert, von Emojis bis hin zu den Straßenbahnen (die in der Stadt erst gerade im Bau waren, als das Stück ursprünglich herauskam), und dennoch bewahrt er eine seltsam zeitlose Universalität: mit Verweisen auf Daten in Bobs und Helenas Leben, die nicht ganz zu ihrem Alter und zur Gegenwart passen.
Wie Titel und Helenas Name andeuten, geht es um Magie und Romantik, mit Anspielungen auf Ein Sommernachtstraum. An einem verrückten Mittsommer-Wochenende begegnen sich die beiden und finden eine Verbindung, die sie selbst überrascht – sie finden Trost in der Gesellschaft des anderen, während Helena die Hochzeit ihrer Schwester bewältigt und Bob seinen Kollegen aus dem kriminellen Milieu aus dem Weg geht. Während beide dem 35. Geburtstag und dem „Ankommen im mittleren Alter“ ins Auge sehen, stellt das Stück die Frage, ob Veränderung auch dann noch möglich ist, wenn wir älter werden.
Es gibt vier starke Darbietungen, allen voran Henry Pettigrew als der jüngere Bob, der unter seiner distanzierten Oberfläche vor Charisma sprüht. Sarah Higgins ist als die jüngere Helena witzig und mitreißend, während Eileen Nicholas und Benny Young den älteren Versionen der beiden einen launischen, funkelnden Glanz verleihen. Mit den Bewegungsabläufen von Jenny Ogilvie entsteht so ein wunderschönes, hypnotisierendes Stück Erzähltheater, das einen die Show gleich noch einmal neu lieben lässt.
Zu sehen bis 26. August 2018
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