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KRITIK: Das Orchester, Omnibus Theatre ✭✭✭
Veröffentlicht am
Von
jenniferchristie
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Jennifer Christie rezensiert Jean Anouilhs The Orchestra, jetzt im Omnibus Theatre.
Die Besetzung von The Orchestra. Foto: Jacob Malinski The Orchestra Omnibus Theatre
31. Januar 2019
3 Sterne
Tickets buchen The Orchestra ist ein launiges, kurzes Stück, das die Regisseurin Kristine Landon-Smith für eine Produktion von TeatroLatino ausgewählt hat. Landon-Smith entschied sich für The Orchestra als klassisches Juwel aus der Feder Jean Anouilhs, eines französischen Dramatikers des 20. Jahrhunderts, das zuvor bereits ihr Interesse als Regisseurin geweckt hatte. The Orchestra hat weltweit schon viele Spielzeiten erlebt und ist derzeit im Omnibus Theatre zu sehen. Das Omnibus Theatre ist ein unabhängiges Theater, ein Kulturzentrum für die gesamte Community. Es bietet ein ambitioniertes Programm aus neu gedachten Klassikern und zeitgenössischem Storytelling – dazu Abende mit Jazzmusik und Kunstprojekten. The Orchestra gehört zum großen Kanon der klassischen Werke Jean Anouilhs. The Orchestra wird von der Regisseurin als Geschichte von „müden Musiker*innen, die müde Musik spielen“ beschrieben. Ein drittklassiges Orchester spielt in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in einem französischen Provinz-Kurort. Musikalische Momente werden von pointierten, witzigen Bemerkungen zwischen den Mitgliedern unterbrochen – bis alles in einer Katastrophe endet. Die Bandleaderin ist überzeugt, dass die Folgen für ihr Orchester weit beunruhigender sind als der Verlust der Cellistin.
Vieles am Humor ist düster-komisch – das ist schließlich keine englische Farce.
Amanda Osborne als Mme Hortense in The Orchestra. Foto: Jacob Malinski
Mme Hortense führt die Band an, und Amanda Osborne, die die Rolle spielt, führt ganz eindeutig auch das Ensemble. Osborne bestimmt das Tempo und bringt die Handlung in Bewegung. In der Rolle ist sie hinreißend.
Ein Großteil des Schlagabtauschs unter den Musiker*innen dreht sich darum, dass Mme Hortense mit dem Pianisten M. Leon flirtet – was seine Geliebte Suzanne am Cello auf die Palme bringt. Pedro Casarin spielt M. Leon, einen bemitleidenswerten Mann, der zwischen die Fronten gerät, sehr gut getimt und angenehm zurückgenommen. Stefania Licari als Suzanne reagiert deutlich unverblümter und melodramatischer.
Mitunter ist es schwierig, die unterschiedlichen Akzente im Ensemble zu verstehen, und einige der dichten Formulierungen gehen im Gesamtklang verloren. Diese Vielfalt in der Spielweise spiegelt nicht nur die Hintergründe der Besetzung wider, sondern auch die vorherige Arbeit der Regisseurin, die eine intrakulturelle Praxis entwickelt hat. Ein Ethos der Inklusivität ist in den darstellenden Künsten eine positive Entwicklung – wenn ein Stück jedoch so stark orts- und milieuspezifisch ist, kann die sprachliche Vielstimmigkeit verwirren.
The Orchestra ist ein unterhaltsames Divertissement.
Bis 17. Februar 2019
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