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REZENSION: Die Oliviers im Konzert, Royal Festival Hall ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

danielcolemancooke

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Die Oliviers in Concert Royal Festival Hall, 26. Januar 2016

4 Sterne

Fotografien von Mark Allen/BBC

Vierzig Jahre sind eine lange Zeit im Musicaltheater. Als die Olivier Awards 1976 erstmals vergeben wurden (unter dem unerquicklich benannten Titel S.W.E.T Awards), war James Callaghan gerade an die Macht gekommen, Brotherhood of Man hatte soeben den Eurovision Song Contest gewonnen und die Sex Pistols steuerten auf ihren berüchtigten Höhepunkt zu.

Ein Konzert mit den grössten Musicals der vergangenen vierzig Jahre zusammenzustellen, kann also unmöglich als leichte Aufgabe beschrieben werden. Genau das stand den Organisatoren der Olivier Awards bevor, als sie diesen spektakulären Abend auf die Beine stellten – als Hommage an die Preisträgerinnen und Preisträger der letzten Jahre.

In der wunderbaren Kulisse der Royal Festival Hall machte sich eine hochkarätige Besetzung von Musical-Legenden an einige klassische Songs – von Sondheim, Lloyd Webber und Loesser, dazu einige weniger bekannte Gewinnerstücke. Der Vollständigkeit halber: Ich habe letztes Jahr an der Oliviers-Zeremonie mitgearbeitet, bin inzwischen aber nicht mehr beteiligt und konnte den Abend daher als kritisch begeisterter Zuschauer geniessen.

Das BBC Concert Orchestra dürfte zu den besten Ensembles Grossbritanniens gehören; seine hervorragende Begleitung machte jede Nummer zu einem echten Ereignis. Mutig – und völlig zu Recht – bekamen sie zwei rein instrumentale Stücke, um ihre Klasse besonders zur Geltung zu bringen. Es gibt kaum etwas Schöneres, als ein Orchester in voller Stärke zu hören – ihre Präsenz hob den Abend deutlich über die meisten Konzerte dieser Art hinaus.

Maria Freidman

In vielerlei Hinsicht gehörte der Abend zwei West-End-Urgesteinen: Maria Friedman und Michael Ball. Friedman war Co-Regisseurin (gemeinsam mit Tim Jackson) und sang zudem mitreissende Versionen von „Losing My Mind“ aus Follies sowie „Beauty and the Beast“. Sie hat immer noch eine wunderschöne Stimme mit kraftvollem Belt – und es war grossartig, sie wieder auf der Bühne zu sehen.

Ähnlich überzeugte Ball, der nichts von seinem alten Zauber eingebüsst hat – sein „All I Ask of You“ mit Scarlett Strallen war erstklassig. Den grössten Applaus des Abends bekam er für seine Interpretation von „Stars“ aus Les Miserables (auch wenn ein Teil von mir ihn gern wieder in seine ursprüngliche Marius-Spur hätte wechseln sehen – und noch einmal „Empty Chairs and Empty Tables“ singen hören!).

Michael Ball und Scarlett Strallen. Foto: Mark Allan/BBC Zwei neuere Stars glänzten ebenfalls – mit zwei Songs, die ihnen bei den Awards im vergangenen Jahr viel Kritikerlob eingebracht hatten. Katie Brayben hob die Stimmung mit einer energiegeladenen frühen Darbietung des Titelsongs aus Beautiful, während John Dagleish die zweite Hälfte mit einem eindringlichen „Waterloo Sunset“ aus Sunny Afternoon. Zwei Beiträge aus den aktuellen West-End-Produktionen von Jersey Boys und Matilda setzten ebenfalls ein starkes Zeichen für das zeitgenössische Londoner Theater und präsentierten Songs aus ihrem beliebten Repertoire

Die Reihenfolge der Songs passte insgesamt sehr gut: Die Energie von A Chorus Line war ein kraftvoller Auftakt, „Sit Down You’re Rocking the Boat“ ein beschwingter Abschluss des ersten Acts, und Sondheims „Our Time“ bildete einen passend stimmigen Schluss für den gesamten Abend.

The Jersey Boys

Auch wenn man es nie allen recht machen kann und der Abend eine gelungene Mischung aus Alt und Neu bot, wirkten einige Song-Auswahlen etwas merkwürdig. Bei einem solchen Füllhorn an Produktionen war es überraschend, gleich zwei Nummern aus Sunday in the Park With George zu hören – selbst wenn zwei ehemalige Hauptdarsteller vor Ort waren, um sie zu singen.

Ausserdem fühlte sich Michael Balls schmachtende, umgearbeitete Version von Tobias’ „Not While I’m Around“ aus Sweeney Todd ungewöhnlich an – zumal Ball selbst ein so beeindruckender Sweeney war. Für mich war die Kluft zu gross, auch wenn Ball das später als deutlich glaubwürdigerer Javert aus Les Miserables wieder wettmachte – eine Rolle, die er allerdings ebenfalls nie auf der Bühne gespielt hat.

Hervorragende Unterstützung lieferte auch der Chor der Guildford School of Acting – eine Gruppe talentierter junger Darstellerinnen und Darsteller, für die es eine Gelegenheit fürs Leben gewesen sein muss. Besonders in der Ouvertüre aus Oklahoma wuchsen sie über sich hinaus und steuerten wunderschöne Harmonien bei.

Weil es oft ein Kampf ist, Proben zu koordinieren, wirken solche ad hoc organisierten Konzerte nicht selten etwas zerfahren – mit verpassten Einsätzen und unbeholfenen Übergängen. Dieses hier war eines der reibungslosesten, das ich je gesehen habe; wenn man es ohne Vorwissen angeschaut hätte, wäre man nie darauf gekommen, dass es nur für einen einzigen Abend angesetzt war.

In den vergangenen vierzig Jahren haben die Olivier Awards die Crème de la Crème des Londoner künstlerischen Talents ausgezeichnet. Dieses Jubiläumskonzert brachte einige der ganz grossen Showstopper-Stars von damals und heute zusammen – als würdige Hommage an das Musicaltheater der Hauptstadt.

Sie können das Konzert bis zum 25. Februar 2016 auf der BBC-Website anhören

Werfen Sie einen Blick auf weitere Fotos vom Abend.

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