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KRITIK: Das Grand Old Opernhaus Hotel, Traverse Theatre, Edinburgh Fringe ✭✭✭✭✭
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Von
pauldavies
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Paul T Davies bespricht The Grand Old Opera House Hotel im Traverse Theatre, gezeigt im Rahmen des Edinburgh Fringe.
Foto: Tommy Ga-Ken Wan The Grand Old Opera House Hotel
Traverse Theatre, Edinburgh Festival Fringe
9. August 2023
5 Sterne
Manchmal – ja, oft – berührt mich der Herzschmerz, den ich in so vielen Geschichten beim Fringe auf der Bühne sehe. Doch gelegentlich jubelt mein Herz, und das ist bei dieser wunderbaren, beglückenden Produktion ganz sicher der Fall. Ich habe am Traverse schon vieles gesehen, aber ich glaube nicht, dass ich jemals erlebt habe, wie Farce und Oper in Isobel MacArthurs Text so gelungen verschmelzen – getragen von einem Ensemble von aussergewöhnlichem Können.
Foto: Tommy Ga-Ken Wan
Das Hotel steht auf dem Gelände des alten Grand Opera House, das in Flammen aufging – angeblich sangen die Hauptdarsteller ihre letzte Arie, während das Feuer sie umschloss. Doch das Hotel ist ein Albtraum in Sachen Health & Safety: Die Elektrik fliegt ständig raus, die Sanitäranlagen sind eine Katastrophe und Türen verriegeln sich wie von selbst. Als der schüchterne Aaron zur Mitarbeiterschulung anreist, sieht er eine Erscheinung, die er für einen Geist hält – doch es ist die opernverliebte Amy, die zu ihrem Walkman mitsingt. Ihre Stimme – und die Geister – brechen immer wieder herein, und er macht sich auf die Suche nach ihr.
Foto: Tommy Ga-Ken Wan
Das Farcenhafte ist brillant umgesetzt – doch gerade als es droht, unerquicklich zu werden, bricht Ali Watts Aaron in Gesang aus, und von da an ist man vollständig auf seiner Seite. Karen Fishwick ist grossartig als Amy: verletzlich und einsam – und was für eine Stimme. Der Rest der Compagnie – Christina Madestou, Ann Louise Ross, Betty Valencia, Laura Lovemore und Barrie Hunter – spielt eine ganze Reihe von Angestellten und Gästen, allesamt fein gezeichnet und urkomisch: von schnellen Auftritten bis hin zu Opernstars und beeindruckender Teddybär-Arbeit.
Foto: Tommy Ga-Ken Wan
In der letzten halben Stunde, wenn die Show zur Oper wird – mit einem Mash-up bekannter Melodien und Originalmusik von Michael John McCarthy – schwingt sich die Produktion zu Höhen auf, die den wunderbaren Gesangsstimmen ebenbürtig sind. Diese Traverse-Theatre-Produktion in Partnerschaft mit Dundee Rep, hervorragend inszeniert von Gareth Nicholls, ist ein echtes Vergnügen – und unbedingt zu sehen! Sie zeigt zudem die Kraft der Stimme, der Kunst und der Liebe, alles zu überwinden!
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