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REZENSION: Mein anderer Halbe, Headgate Theatre Colchester ✭✭✭
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Von
pauldavies
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Paul T Davies rezensiert My Other Half von Christopher Sainton-Clark, präsentiert von Raising Cain Productions im Headgate Theatre Colchester – vor dem diesjährigen Lauf beim Edinburgh Festival Fringe.
My Other Half.
Headgate Theatre, Colchester
13. April 2022
3 Sterne
Im Vorfeld ihres Laufs beim Edinburgh Festival Fringe im August bringen Raising Cain Productions ihr Body-Swap-Stück ins Headgate – und es wird ein vergnüglicher Abend voller Comedy und Drama. Ausgehend von der Prämisse von Disneys Freaky Friday, aber mit deutlich mehr Genderpolitik, wachen Female B und Male H am Morgen im Körper des jeweils anderen auf – ausgerechnet an dem Tag, an dem B ihren Roman einem Verlag pitchen muss. Das Buch ist ein Mord-Thriller, und das Stück verwebt ihre Fiktion klug mit der Ausgangsidee – über eine Selbsthilfegruppe, die B besucht.
Als B liefert Anna Hodgson eine hervorragende Leistung ab – besonders als „maskuline B“ in der Pitch-Szene, in der sie großes komödiantisches Können zeigt, und sie führt uns zudem sehr souverän in die dunkleren Elemente der Geschichte. Charlie Randall ist als H ebenso witzig, auch wenn das Skript ihm nicht viel Raum gibt, seine Figur weiter auszubauen. In der Rolle der Produzentin und in verschiedenen weiteren Parts war Cathy Sole stimmlich eher zurückhaltend – möglicherweise Lampenfieber – und dürfte im Laufe der Vorstellungen hineinfinden; dabei ist sie ganz klar das Bindeglied zwischen den unterschiedlichen Ebenen.
Christopher Sainton-Clarks Text ist pointiert und bietet einen guten Twist, verlässt sich jedoch etwas zu stark auf Musik als Szenenübergang – besonders zu Beginn, wo der Abend etwas braucht, um in Gang zu kommen, und am Ende, wo das eigentlich knackige Finale unnötig in die Länge gezogen wird. Auch die Körperlichkeit der Inszenierung wirkt ein wenig vorsichtig und könnte ruhig noch stärker an ihre Grenzen gehen. Der Edinburgh-Druck – mit der Vorgabe, dass kein Stück länger als eine Stunde sein sollte – führt außerdem dazu, dass dem Stück eine weitere Szene guttäte; das Paar akzeptiert seine Lage etwas zu leicht. Trotzdem: ein rundum unterhaltsamer Abend – und wie schön, im Headgate einen ausverkauften Saal zu erleben! Hoffentlich ist das ein Zeichen für die Rückkehr des Publikumsvertrauens.
INFORMATIONEN ZUM EDINBURGH FESTIVAL FRINGE
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