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REZENSION: Macbeth, Dock X London ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

16. Februar 2024

Von

pauldavies

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Paul T Davies bespricht Macbeth mit Ralph Fiennes, jetzt im Dock X in London zu sehen.

Ralph Fiennes. Foto: Marc Brenner Macbeth

Dock X, London

15. Februar 2024

4 Sterne

TICKETS BUCHEN

Willkommen in der Kampfzone. Fast jede Macbeth-Inszenierung heutzutage spiegelt globale Konflikte wider – und das gilt ganz sicher auch hier. Das Publikum betritt den Raum, vorbei an brennenden Autos, Soldaten, dem Dröhnen von Helikoptern über den Köpfen; ein Konzept, das inzwischen fast schon Tradition hat. Doch das eigentliche Chaos beginnt im Zuschauerraum: mit exzentrischen Sitzanordnungen, winziger Beschriftung der Sitznummern und einem heillos verwirrten Publikum. Planen Sie unbedingt genügend Zeit ein, um sich in die kleinen, plastikartigen und unbequemen Sitze zu zwängen. Der Vorteil: Die Bühne ragt weit in den Raum hinein und schafft trotz der grossen Arena eine erstaunlich intime Atmosphäre.

Ben Allen. Foto: Marc Brenner

Ralph Fiennes ist ein grandioser Macbeth: Von Beginn an lässt er die verborgene Ambition aufscheinen, seine Textbehandlung ist ausgezeichnet, Worte wie „Mord“ werden herausgehoben und gleichsam ins Parkett geschleudert. Der Zerfall seines moralischen Kompasses ist punktgenau gezeichnet – weniger begeistert haben mich allerdings seine etwas klamaukigen Scherze, besonders in den Bankettszenen, auch wenn sie zu seiner zunehmenden Paranoia passen. Überhaupt gibt es im Stück viele komische Momente, meist trocken und bissig, manches vielleicht auch ungewollt – gerade bei Indira Varmas Lady Macbeth, deren natürliches komisches Timing sehr gut zur Geltung kommt, während ihr Absturz weniger zwingend wirkt. Den Plan, Duncan zu töten, treibt sie etwas zu mühelos voran, doch ihren psychischen Zusammenbruch trifft sie: Die Szene des Händewaschens ist überwältigend gespielt. Lob gebührt Jonathan Case als hervorragendem Seyton – stets präsent, stets verschlagen, stets irgendwie am Überleben. Als Banquo ist Steffan Rhodri ein erdiger Kelte, der die Sprache geniesst; sein walisischer Akzent trägt ihn mühelos durch den Barden. Ben Turner ist ein ausgezeichneter Macduff, in seiner Trauer vollkommen glaubhaft, aus ihm strahlt der Wunsch nach Rache.  Insgesamt ist es ein sehr starkes Ensemble, und die drei Hexen werden als Zeuginnen in viele Szenen eingewoben – sie schwelgen in der Zerstörung, die sie anrichten.

Ralph Fiennes und Indra Varna. Foto: Marc Brenner

Auch wenn die Produktion keine wirklich neuen Einsichten bietet, fegt sie in gutem Tempo voran, und die Kampfszenen sind durchweg packend – mit dem Wald von Birnam, der durch den Zuschauerraum zieht, und handfesten Auseinandersetzungen, choreografiert von Kampfregisseurin Kate Waters. Simon Godwins Inszenierung füllt die Arena, und da Fiennes der grosse Publikumsmagnet ist, wird man nicht enttäuscht.

Ben Turner. Foto: Marc Brenner

Lucy Mangan, Danielle Fiamanya und Lola Shalam. Foto: Marc Brenner

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