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KRITIK: Lipstick, Southwark Playhouse ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

sophieadnitt

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Sophie Adnitt bespricht Lipstick, ein Stück von Lily Shahmoon, das derzeit im Southwark Playhouse zu sehen ist.

Helen Aluko (Jordan) und April Hughes (Tommy) in Lipstick. Foto: Lidia Crisafulli Lipstick

Southwark Playhouse

Vier Sterne

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Tommy und Jordan sind zwei sechzehnjährige Jungen; ihre Gedanken kreisen um GCSEs, Klassenfahrten, Mädchen – und Tommys Neigung, in der Privatsphäre seines Schlafzimmers einen kräftig roten Lippenstift aufzutragen. Und das ist erst der Anfang. Geschlecht, Sexualität und psychische Gesundheit werden in Lily Shahmoons Stück Lipstick, das aktuell im Southwark Playhouse läuft, zwar alle verhandelt, aber in jedem Fall nur streiflichtartig – das Stück scheint sich nur ungern auf ein zentrales Thema festzulegen, was es mitunter vage wirken lassen kann.

Helen Aluko (Jordan) und April Hughes (Tommy). Foto: Lidia Crisafulli

Abgesehen davon hat Shahmoon ein wirklich, wirklich gutes Stück geschrieben. Die Sprache und Sprechmuster von Teenager-Jungs sind treffsicher eingefangen, und der Humor ist ungekünstelt und nicht aufgesetzt – er entsteht daraus, wie herrlich wiedererkennbar manche Aussagen sind. Teenager-Angst und hormonelles Drama werden bis zum letzten Tropfen ausgekostet, und die Dialoge sind realistisch und sehr witzig. Shahmoon weiß genau, wann die Geschichte zügig weitergehen muss und wann es sich lohnt, zu verweilen – die Spielzeit fühlt sich an wie nur ein Bruchteil der 70 Minuten. Gelegentlich dehnen einzelne Szenen die Grenzen der Glaubwürdigkeit (es ist schwer, vollständig zu akzeptieren, dass zwei Sechzehnjährige so leicht in einen Nachtclub kommen), doch das schmälert die insgesamt starke Handlung nicht. Die Erzählung bleibt bis zum Schluss überraschend und unkitschig, bevormundet das Publikum nie und greift nicht zu billigen Schockeffekten.

Helen Aluko (Jordan). Foto: Lidia Crisafulli

Auf der Bühne begegnen wir ausschließlich Jordan und Tommy, doch der hervorragende Sound von Charlie Smith erschafft eine ganze Welt um sie herum – besonders clever, wenn Jordan seine Kopfhörer aufsetzt, um den Streit seiner Eltern zu übertönen. Alex Lewers Lichtdesign nutzt den „Little“-Raum des Playhouse als Vorteil statt als Einschränkung und schafft eine kluge Gestaltung, bei der kein Quadratzentimeter verschenkt wird. Ed Whites Regie hält das Geschehen durchgehend klar und aufgeräumt und vermeidet jedes Durcheinander auf der kompakten Bühne.

April Hughes als Tommy. Foto: Lidia Crisafulli

Helen Aluko als nach außen selbstbewusster Jordan und April Hughes als der schüchternere, aber sehr reflektierte Tommy sind beide außergewöhnliche Darstellerinnen. Viel zu leicht vergisst man, dass hier zwei Schauspielerinnen die Jungen verkörpern – Haltung und Gestik, jedes Achselzucken und jedes lässige Auftreten sitzen absolut. Beide Figuren sind vollständig ausgearbeitet, mit eigenen Eigenheiten und Gewohnheiten, und dennoch haben sie eine natürliche Chemie, die sich im Verlauf des Stücks wunderschön entwickelt.

Am Ende steht ein Stück, das unerwartet sanft und zärtlich ist – wenn auch mit einem unübersehbaren, darunterliegenden Dunkel. Insgesamt ein äußerst sorgfältig gearbeitetes Theatererlebnis: Lipstick steht stark da. Läuft bis 28. März im Southwark Playhouse

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