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KRITIK: Jesus Christ Superstar, Regent's Park Open Air Theatre ✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

danielcolemancooke

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Tyrone Huntley als Judas und Ensemble. Foto: Johan Persson Jesus Christ Superstar

Regent’s Park Open Air Theatre

21. Juli 2016

3 Sterne

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Mitten in einem Sommer mit mal mehr, mal weniger gut klimatisierten Theatern ist es eine Wohltat, die laue Mittsommernacht im Regent’s Park Open Air Theatre zu geniessen. Als dritte von vier Sommerproduktionen kehrt Jesus Christ Superstar damit erstmals seit der Arena-Rock-Version in der O2 Arena 2012 nach London zurück.

Die Kombination aus diesem aussergewöhnlichen Spielort, Andrew Lloyd Webbers ansteckenden Riffs und Tim Rices pointierten Lyrics liess ohnehin kaum erwarten, dass diese Produktion ein Flop werden könnte.

Declan Bennett als Jesus und die Apostel. Foto: Johan Persson.

Wie man es bei einer Open-Air-Show erwarten darf, war das Ganze recht reduziert angelegt: schlichtere Kostüme, nur wenige Requisiten. Und doch ist es in vielerlei Hinsicht eine glitzernde Produktion – nicht nur liegt über allem ein „X-Factor“-Schimmer, auch wird Glitter anstelle von Blut eingesetzt.

Das Highlight dieser Produktion ist Tyrone Huntley als Judas: Er bringt eine ungemein soulige Stimme mit und gehört zu den wenigen, die die Emotionen ihrer Figur wirklich spürbar machen.

Judas’ geplagte, innerlich zerrissene Szenen mit Calvin Cornwalls rau timbriertem Kaiphas waren besonders eindringlich (wobei es schade ist, dass ihm – wie in den meisten Inszenierungen – kein höher stimmender Annas zur Seite gestellt wurde).

Calvin Cornwall als Kaiphas. Foto: Johan Persson

Trotz des Titels ist es eigentlich Judas’ Abend – und Declan Bennett tut sich schwer, Jesus ein klares Profil oder Charisma zu geben. Auch mit den stimmlichen Anforderungen des zugegebenermassen kniffligen Songs „Gethsemane“ ringt er; einige der hohen Töne meidet er eher.

Viele Songs werden gespielt, während die Figuren Mikrofonständer in der Hand halten. Das mag eine Notwendigkeit sein (auch wenn ich an diesem Haus schon Musicals ohne gesehen habe), doch es schränkt die Darsteller ein und steht jeder Form von Nuance im Weg. Zeitweise fühlte es sich eher wie ein Konzert als wie ein Musical an – mit sehr wenig Schauspiel und emotionaler Tiefe.

Declan Bennett als Jesus und Soldaten. Foto: Johan Persson

In vieler Hinsicht wird das durch Drew McOnies Choreografie noch verstärkt. Ich bin ein grosser Fan von McOnie und halte seine Arbeit an Bugsy Malone und In the Heights für das Beste, was das moderne britische Musicaltheater zu bieten hat. Hier jedoch wirkte es fast überchoreografiert – eher wie ein Musikvideo als eine Geschichte, die man verstehen und geniessen soll.

So wirbelten etwa die eigentlich bedrohlichen Annas und Kaiphas ihre Mikrofone wie The Rat Pack, während die brutale Menge bei Jesu Geisselung herumwippte wie New-Age-Hippies.

Der Tempel. Foto: Johan Persson.

Weniger wäre hier oft mehr gewesen; ich hatte mich auf den Song „Simon Zealotes“ gefreut, eine messianische Hymne, die geradezu nach kraftvollem Tanz verlangt. Doch das grosse Ensemble auf engem Raum liess alles etwas gedrängt und gehemmt wirken.

Dennoch gibt es ein paar spielerische, originelle Regieeinfälle von Timothy Sheader (besonders eine visuelle Rekonstruktion des Gemäldes Das letzte Abendmahl) sowie solide Unterstützung durch eine hervorragende Band auf der Bühne.

In den nächsten Wochen sollte jede*r ins Open Air Theatre pilgern – ein idyllischer Kurzurlaub vor der Hitze und dem Trubel der Hauptstadt. Diese Version von Jesus Christ Superstar ist allerdings nicht ganz so makellos: schillernd und unterhaltsam, am Ende aber mit zu wenig Herz.

Jesus Christ Superstar läuft bis zum 27. August 2017.

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Tyrone Huntley als Judas. Foto: Johan Persson

Die Kreuzigung. Foto: Johan Persson.

Peter Caulfield als Herodes. Foto: Johan Persson

Declan Bennett als Jesus. Foto: Johan Persson

Declan Bennett als Jesus. Foto: Johan Persson

Declan Bennett als Jesus. Foto: Johan Persson

Declan Bennett und David Thaxton. Foto: Johan Persson

David Thaxton als Pilatus. Foto: Johan Persson

Anoushka Lucas als Maria. Foto: Johan Persson

Anoushka Lucas als Maria. Foto: Johan Persson

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