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KRITIK: Antigone, Mercury Theatre Colchester ✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

pauldavies

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Paul T Davies bespricht Antigone, derzeit im Mercury Theatre in Colchester zu sehen.

Adeola Yemitan mit dem Ensemble von Antigone. Foto: Pamela Raith Antigone

The Mercury Theatre, Colchester

6. Oktober 2021

3 Sterne

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Merlynn Tongs Version des klassischen Sophokles-Stücks löst die Geschichte aus ihrer historischen Verankerung und unterstreicht eindrucksvoll ihre heutige Relevanz. Der Widerstand gegen Autorität, eine Gesellschaft, die sich nach dem Krieg neu aufbaut, eine tyrannische Herrscherin, die keinen Widerspruch gelten lässt, und eine trauernde Schwester, die entschlossen ist, beiden gefallenen Brüdern die letzte Ehre zu erweisen – das sind Schlagzeilen, die wir auch heute nur allzu leicht finden. Regisseurin Dawn Walton hat eine glasklare Vision für den Text, und diese wird mit Simon Kennys betont kargem, betonlastigem Bühnenbild sowie einigen hervorragenden schauspielerischen Leistungen zum Leben erweckt. Wenn ich die Produktion insgesamt eher interessant als wirklich packend fand, steht die Auseinandersetzung doch unübersehbar im Mittelpunkt.

Joseph Payne und Wendy Kweh in Antigone. Foto: Pamela Raith

Es ist erstaunlich zu erfahren, dass dies – als Antigone – Adeola Yemitans erste professionelle Rolle ist: Sie ist eine leidenschaftliche, energiegeladene Heldin, die – interessanterweise – auch die naiveren Seiten von Antigones Handeln sichtbar macht. Ich habe ihr vollkommen abgenommen, dass sie die tatsächlichen Konsequenzen ihres Plans nicht wirklich durchdacht hatte. Ihr ebenbürtig ist Joseph Payne als Haimon: großartig gespielt, in Antigone verliebt und verzweifelt bemüht, seine Mutter dazu zu bringen, ihre Entscheidung, Antigone zum Tod zu verurteilen, rückgängig zu machen – bis auch er sich opfert. Eine weibliche Kreon zu besetzen, funktioniert gut („Ich bin die erste Frau, die je diese Position erreicht hat“), doch ich hatte das Gefühl, Wendy Kweh bräuchte ein bisschen mehr „Iron Lady“, um wirklich tyrannisch zu wirken – auch wenn ihre Trauer am Ende äußerst überzeugend ist. Als Ismene sang Francesca Amewudah-Rivers große Teile ihres Textes. So schön Blasio Kavumas Musik auch ist: Für mich wäre weniger mehr – sie wird zu oft eingesetzt und bremst das Tempo. Emma Dewhurst ist eine ausgezeichnete Teiresias, die allwissende Seherin; schade, dass wir ihr erst in den Schlussphasen der Aufführung begegnen.

Emma Dewhurst in Antigone. Foto: Pamela Raith

Mit 80 Minuten ohne Pause hat die Inszenierung ihr Tempo und ihren Rhythmus noch nicht ganz gefunden – doch daran besteht kein Zweifel, dass sie es wird. Als ich am Premierenabend im Foyer die lebhaften Diskussionen der Schulgruppen aufschnappte, wurde klar: Wo die Produktion wirklich punktet, ist darin, Debatten anzustoßen – und ich ertappe mich dabei, dass ich immer wieder zu bestimmten Szenen zurückkehre, ein sicheres Zeichen für eine positive Wirkung.

Bis 16. Oktober im Mercury Theatre Colchester

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