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KRITIK: Tori Scott ist beschwipst, Crazy Coqs London ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

julianeaves

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Julian Eaves bespricht Tori Scott is Pickled im Crazy Coqs, Brasserie Zedel, London, im Rahmen ihrer jüngsten UK-Tour.

Tori Scott. Foto: Darren Bell Tori Scott

Crazy Coqs, London

26. November 2019

Die amerikanische Cabaret-Entertainerin Tori Scott beendete eine frenetische, mehrstädtige A‑List-Tour durch Grossbritannien mit zwei ausverkauften Shows an zwei Abenden hintereinander in der Brasserie Zedel – ein weiterer Beleg für ihre wachsende Beliebtheit auf dieser Seite des Atlantiks.  In einem schwungvollen, hochoktanigen Set gab sie alles und servierte eine Folge von Publikumslieblingen: Material aus den Erfolgen jüngerer Pop-Diven, Hits aus dem Mainstream-Musical und aus Hollywood.  Ihr Pressetext bezeichnet sie als „die Bette Midler“ der heutigen Szene – und es ist durchaus sinnvoll, sie so zu verstehen: Ihre Ansagen sind frech, ihre Haltung unverblümt, und sie ist eine starke Frau, die keine Zeit damit verschwendet, in Selbstmitleid zu versinken, nur weil irgendein Kerl sie sitzen liess...  Auf keinen Fall!  Entsprechend hat sie – wenig überraschend – eine grosse schwule männliche Fangemeinde (die bei Zedel zahlreich vertreten war, um sie anzufeuern), dazu ein anspruchsvolles weibliches Stammpublikum mit verwandtem Geist sowie weitere begeisterte Gäste – insgesamt eine fröhliche, gutgelaunte „Wir sind zum Vergnügen hier“-Menge.

Der Durchbruch-Auftritt der letzten Saison beim Vaults Festival war vielleicht ein nuancierteres, abwechslungsreicheres Ereignis als das, was wir diesmal bekamen – mit mehr Raum für eine weichere, verletzlichere Seite.  Wie diese Show in anderen Spielstätten wirkte, kann ich nicht beurteilen, doch in der hellen, gekachelten, runden Kammer des Coqs hallte der Sound ohrenbetäubend wider: eine grosse Erleichterung – für die Ohren – als wir in leichteres Terrain wechselten, besonders willkommen mit „I've Never Been To Me“.  So sehr sie auch mit den Besten „bölken“ kann: Scotts eigentlich unbezahlbares Register liegt in der Mittellage – mit Honig und Sahne durchzogen und schlicht wunderschön anzuhören.  Ansonsten war es eine wilde Fahrt durch Hits wie „I Am The Greatest Star“, „Conga“, „Gotta Get A Gimmick“, „Workin' 9 To 5“ und so, so viele mehr!  Es spricht für Scotts phänomenale Gesangstechnik, dass die Stimme, nachdem sie dieses Marathon-Gig Tag für Tag für Tag wiederholt und dabei ständig unterwegs ist, in London immer noch frisch wie neu gestrichen klang.  Sie ist tatsächlich eine Macht, mit der zu rechnen ist, und das Trio unter MD Ben Papworth hielt geschäftig mit dem irren Tempo Schritt.

Für Abwechslung sorgte jedoch auch der Gast des Abends, Nick Butcher – ein talentierter Musicaldarsteller, der sich nun dem Schreiben zuwendet und mehrere Projekte in Entwicklung hat.  Tori duettierte mit ihm in dem fein geschriebenen Stück „I'm On My Way“, das beschwingt und dramatisch war und Gutes für seine kommenden Shows verheisst.  Und was die Dame selbst betrifft: Sie ist flugs zurück in die Staaten gedüst, wo ihre eigene Karriere weiterhin grosse Erwartungen weckt.  Sie hat eine grossartige Haltung: Mit bemerkenswerter Robustheit nimmt sie sich eine ganze Reihe zeitgenössischer Probleme vor und presst daraus ebenso viel Humor wie Gesellschaftskritik.  Man könnte allerdings argumentieren, dass in diesem Set das musikalische Profil nicht ganz mit der Schlagfertigkeit mithielt, was Härte und Überraschungskraft angeht: Es wirkte eher „mainstream“ und „auf Nummer sicher“.  Sei’s drum.  Scott wird kaum zulassen, dass Gras unter ihren Füssen wächst, bevor sie wieder etwas anderes angeht – noch grösser und noch besser.  Behalten Sie die nächste Etappe ihrer grossartigen Reise im Blick!

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