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KRITIK: Psychodrama, Traverse Theatre, Edinburgh Fringe ✭✭✭✭✭
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Von
pauldavies
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Paul T Davies rezensiert Matt Wilkinsons „Psychodrama“, gespielt von Emily Bruni im Traverse Theatre im Rahmen des Edinburgh Fringe.
Foto: The Other Richard Psychodrama
Spielstätte: Traverse
Edinburgh Fringe
5 Sterne
Auf einer leeren Bühne – ein Hocker, raffinierte Lichtwechsel und sehr markante Sounds – hat Matt Wilkinson einen packenden Psychothriller geschaffen. Eine Schauspielerin spricht für die Rolle der Marion Crane in einer neuen Theateradaption von „Psycho“ vor. Der Regisseur (sagen wir: ein Typ à la Ivo Van Hove) hat eine ganz eigene, sehr spezifische Arbeitsweise. Je tiefer sie mit ihm in die Arbeit eintaucht, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Dann wird er ermordet aufgefunden.
Emily Bruni liefert eine hypnotisierende Performance und führt uns zu ihrer Marion Crane – vom zerfetzten Körper in der Dusche zurück zu ihrer Geschichte und zu möglichen Ausgängen. Das Stück zeigt zudem, wie grausam die Unterhaltungsbranche sein kann: die Castings, das Schweigen, die herablassenden Haltungen, das Schüren von Hoffnung und das beiläufige Zerschlagen derselben. Nebenbei arbeitet sie in einer Boutique, kennt sich mit Mode aus – und genau das wird zu einem zentralen Teil der Handlung. Erzählen auf höchstem Niveau.
Das Stück nutzt die Musik aus dem Film sehr klug, ohne sie zu überstrapazieren – gerade genug, um im Hintergrund zu verunsichern, während die Spannung steigt. Das Publikum rührte sich die ganze Zeit nicht; es ist wirklich fesselnd! Ein düsteres, einfallsreiches Stück, das man sich unbedingt ansehen sollte.
14. Aug., 16.–21., 23.–28.
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