NACHRICHTEN
REZENSION: Crocodile Fever, Traverse Theatre, Edinburgh Fringe ✭✭✭✭✭
Veröffentlicht am
8. August 2019
Von
pauldavies
Share
Paul T Davies rezensiert Meghan Tylers Stück Crocodile Fever, das derzeit im Traverse Theatre im Rahmen des Edinburgh Fringe Festivals zu sehen ist.
Crocodile Fever.
Traverse Theatre
8. August 2019
5 Sterne
Meghan Tylers hervorragendes neues Stück spielt 1989 in Nordirland. Die fromme Alannah hält ihr Zuhause penibel in Ordnung, schrubbt das Spülbecken mit einer Zahnbürste und versteckt ihre „Sünden“ – Rauchen und Chips – ordentlich. Dann kracht ihre Schwester Fianna durchs Fenster: jahrelang abwesend, nachdem sie wegen des Feuers im Gefängnis saß, das ihre Mutter das Leben kostete, möglicherweise auf der Flucht vor der IRA. Sie hat gehört, dass ihr gewalttätiger Vater tot sei. Ist er aber nicht – er ist der Tyrann oben im Haus, das Krokodil, mit dem man fertigwerden muss. Während die Nacht voranschreitet und die Schwestern wieder zueinanderfinden, bringt der Alkohol manche Wahrheiten ans Licht.
Dieses Stück ist in jeder Hinsicht ein blutiges Meisterwerk: Die Dialoge knallen durch den Raum, einem bleibt das Lachen im Hals stecken, echte Schocks – und das Ganze wird zunehmend gotisch. Regisseur Gareth Nicholls kennt sich mit Irish Gothic aus, nachdem er im letzten Jahr den Fringe-Hit Ulster American inszeniert hat, und er übertrifft sich hier selbst. Das Ensemble ist außergewöhnlich. Sean Kearns ist als Da eine bedrohliche Präsenz – körperlich beeindruckend und bösartig. Lisa Dwyer Hogg ist großartig als Fianna, voller Coolness und Gefahr, zugleich aber verletzlich und von ihrem Vater gebrochen. Doch Lucianne McEvoy liefert als Alannah die Performance des Fringe: Sie zerreißt einem das Herz, bringt einen zum Brüllen vor Lachen und schockiert dann, wenn ihre neu gewonnene Freiheit manische Züge annimmt.
Die Musik ist ein Vergnügen – allein für Alannahs Verhören des Liedtexts von Totos Hit „Africa“ lohnt sich der Besuch! Seht es dafür, wie sie Toast macht und einen Gin Tonic! Seht es dafür, wie Frauen missbraucht und vernachlässigt werden – und wie Rache vielleicht doch nicht immer das beste Gericht ist, das man serviert. Ohne zu viel zu verraten: Das waghalsige Ende könnt ihr unmöglich vorhersehen. Mitreißendes Theater – kämpft für eine Wiederaufnahme, aber nehmt keine Kettensäge mit!
TICKETS FÜR CROCODILE FEVER BUCHEN
Besucht unsere Edinburgh-Fringe-Seite
Erhalten Sie das Beste des britischen Theaters direkt in Ihr Postfach
Seien Sie die Ersten, die sich die besten Tickets, exklusive Angebote und die neuesten Nachrichten aus dem West End sichern.
Sie können sich jederzeit abmelden. Datenschutzrichtlinie