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REZENSION: Trois Ruptures / Drei Brüche, Chelsea Theatre ✭✭✭
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Leitartikel
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Trois Ruptures / Drei Trennungen
Chelsea Theatre
22. Januar 2015
3 Sterne
An die Werke von Ionesco erinnernd, ist Trois Ruptures ein Triptychon von Trennungen – Beziehungen, die aus unterschiedlichen Gründen enden: Erschöpfung, latente Homosexualität und ein twit-ähnlicher Hass, jeweils mit unterschiedlich gewalttätigen Folgen.
Das Stück ruft zudem die jüngeren Arbeiten von Caryl Churchill in Erinnerung, mit seiner schnell getakteten, repetitiven Textstruktur, die den nachdenklichen, wenn auch derben Humor mit einer klaren Vorstellung von dem Wahnsinn verbindet, der entstehen kann, wenn eine Beziehung zerbricht.
Edith Vernes und Chris Campbell liefern beide solide Leistungen. Ihr komisches Timing ist hervorragend.
Das Bühnenbild ist schlicht und zugleich elegant: nur ein Tisch und Vorhänge, die zugleich als Filmleinwände dienen. Marianne Badrichani hat eine klare Bildsprache geschaffen, und Film- sowie Sounddesign ergänzen das Live-Spiel sehr gelungen.
So ausgezeichnet die Darbietungen auch sind, das Stück lässt einen als Zuschauer*in dennoch etwas kalt. Man versteht die intellektuelle Begründung für die Entscheidungen des Dramatikers Rémi De Vos, doch der Text hat mehr Kopf als Herz.
Trois Ruptures ist zweifellos ein kurzweiliger Theaterabend. Verstörend – aber ohne ganz genug erzählerischen Druck, um dieses Maß an Verstörung wirklich zu rechtfertigen.
Doch Theater, das einen zum Nachdenken bringt, ist immer sehenswert.
Kritik von James Garden
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