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REZENSION: Soho Boy, Raum im Symposium Hall, Edinburgh Fringe ✭✭
Veröffentlicht am
12. August 2022
Von
pauldavies
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Paul T Davies bespricht Soho Boy in der Symposium Hall beim Edinburgh Fringe.
Soho Boy
Space in der Symposium Hall
2 Sterne
Dieses neue Musical von Paul Emellon Daly erzählt die Geschichte von Spencer, einem jungen schwulen Mann in London, der davon träumt, Erfolg zu haben – und vor allem einen Freund zu finden. So weit, so vertraut. Er findet einen Freund, Johnny, der auf Chemsex steht, und die Show schlägt dann einen ebenso bekannten Weg ein. So wichtig es ist, über die Gefahren von Chemsex zu sprechen: In London gab es über die Jahre schon etliche schwule Stücke zum Thema Chemsex, und hier werden inzwischen allzu vertraute Muster bedient, um dramaturgisch wirklich zu fesseln. Für mich blieb das Ganze eher Oberfläche ohne Tiefe – vielleicht auch, weil die Begrenzung auf eine Stunde kaum Zeit lässt, die Figuren wirklich kennenzulernen. Der frischgebackene Italia-Conti-Absolvent Owen Dennis begann etwas nervös; möglicherweise braucht er noch mehr Erfahrung, um die Rolle ganz auszufüllen. Fairerweise muss man sagen: Spencers Weigerung, bei Chemsex mitzumachen, wird danach zu leicht wieder aufgegeben, und seine HIV-Infektion ist zwar eine ernste Botschaft, wirkt hier dramaturgisch jedoch zynisch – als sollten unsere Gefühle manipuliert werden. Für mich ist die emotionale Fallhöhe nicht verdient. Die Musik ist – abgesehen von einem Drag-Torch-Song, den Dennis gut darbietет, und dem Titelsong – eher forgettable. Technisch läuft die Produktion reibungslos und ist sehr geschniegelt. Für mich eine Enttäuschung, weil eindeutig viel Potenzial vorhanden ist, das noch ausgeschöpft werden könnte. 7.–13. und 15.–27. August
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