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REZENSION: Sleeping Giant, Assembly Rooms, Edinburgh Fringe ✭✭✭✭
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Von
markludmon
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Mark Ludmon bespricht den erschreckenden neuen Thriller Sleeping Giant in den Assembly Rooms beim Edinburgh Fringe
Sleeping Giant Assembly Rooms, Edinburgh Fringe
Vier Sterne
H. P. Lovecraft trifft auf Shirley Jackson in Sleeping Giant, einem unterhaltsamen Stück, das Fans von TV-Horror begeistern wird. In den Händen eines erfahrenen Ensembles aus den USA verwebt es eine Geschichte, der es vielleicht etwas an blankem Schrecken mangelt, die aber reichlich schwarzen Humor und schauderhafte, blutige Spannung serviert.
Los geht’s mit einem jungen Paar, das einen Ausflug an einen der klassischen Schauplätze des Screen-Horrors genießt: ein abgelegenes Haus am See. Nachdem Ryan seiner Freundin Alex einen Antrag gemacht hat, beginnt er, ihr von der uralten, blutrünstigen Religion des Schmetterlingskönigs zu erzählen – doch etwas ebenso Entsetzliches unterbricht sie: die Nachricht von einem riesigen, tintenfischartigen Monster, das aus den Tiefen des Sees auftauchen soll. Eine Reihe von Szenen, die zunächst unzusammenhängend wirkt, offenbart nach und nach die heimtückische Wirkung dieser tentakelbewehrten Kreatur auf Menschen – nicht nur rund um den See, sondern auch in Wohnungen, Geschäften und in anderen Situationen weit darüber hinaus.
Das ist keine Show für alle, die Fantasy oder Horror nicht mögen. Wer mit den jenseitigen Einfällen von H. P. Lovecraft oder Shirley Jacksons häuslichem Unbehagen wenig anfangen kann, könnte Sleeping Giant als verstörend empfinden. Aufgewachsen mit Buffy – Im Bann der Dämonen und gefüttert von Vampire Diaries und Supernatural, habe ich die schwarze Komik und die fantastischen Visionen genossen. Es überrascht nicht, dass der Autor des Stücks, Steve Yockey, ein alter Hase sowohl bei Supernatural als auch bei der TV-Serie Scream ist.
Unter der Regie von Michael Matthews ist das Drama gut getaktet, mit langsam anziehender Spannung und rabenschwarzen, amüsanten Wendungen. Das starke Ensemble umfasst Daisy Eagan, Adam Silver, Katherine Skelton, Mark Jude Sullivan und Rick Cosnett (der in Vampire Diaries einen vampirjagenden Professor spielte), die im Verlauf jeweils mehrere Rollen übernehmen. Mit sichtbarer Spielfreude stürzen sie sich in das Makabre und bisweilen herrlich Überdrehte – und spielen es mit genau dem richtigen Maß an todernster Lakonie. So entsteht ein zunehmend apokalyptisches Bild, das zu beunruhigenden Zeiten passt.
Läuft bis zum 24. August 2019.
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