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KRITIK: Aus der Ferne, Vault Festival London ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

markludmon

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Mark Ludmon rezensiert David Coverdales neue Show From Afar beim VAULT Festival mit Catherine Millsom

From Afar

VAULT Festival, London

Vier Sterne

Dank der Technik sinkt die Menge an Post, die in Grossbritannien per Brief verschickt wird, Jahr für Jahr weiterhin um rund vier Prozent. Für Agnes in David Coverdales neuem Stück From Afar ist der Rückgang des handgeschriebenen Briefs etwas, das man betrauern muss – und nicht nur, weil sie in einem Sortierzentrum der Royal Mail arbeitet. Seit ihrer Kindheit ist sie besessen davon, was sich in einem frankierten und abgestempelten Umschlag finden lässt – ob es eine erwartbare Geburtstagskarte ist oder eine Nachricht von einem geliebten Menschen. Es sei „ein Stück von dir selbst teilen“, erklärt sie und stellt die Verbindungen, die Briefe schaffen, einer modernen Welt gegenüber, in der Menschen in ihren privaten Sphären abgeschottet sind – abgeschnitten durch Kopfhörer und den Blick aufs Handy.

Während sie an einer Tasse Tee nippt, erzählt Agnes ihre Geschichte und legt nach und nach die Teile ihres Lebens offen, die sie in eine unvorhergesehene Krise geführt haben. Im Zentrum stehen ihre Erinnerungen an eine geliebte Patin, deren Tod und Verlust sich in einem plötzlichen Verstummen der Grusskarten bemerkbar machen. Pointiert, witzig und mit viel Herz geschrieben, leuchtet dieses Solo-Stück vor allem dank der Wärme und des Charmes von Catherine Millsom, die mit uns plaudert wie eine Freundin bei einer Tasse Tee. Ihre Augen funkeln, wenn Agnes von ihrer Liebe zur Post und ihrer vorsichtig gehüteten Vorfreude auf eine sich anbahnende Verbindung mit einem Kollegen spricht.

From Afar ist derzeit ein 25-minütiges „Work in Progress“ – doch gerade in seiner Kürze ist es ein berührendes Porträt von Liebe, Einsamkeit und Verlust. Unter der Regie der Dramaturgin Ashleigh Packham gewinnt das Stück zusätzliche Intimität, weil es im Kellerraum des kleinen Buchladens und Cafés Travelling Through gespielt wird. Diese Nähe sorgt dafür, dass man mehr darüber erfahren möchte, was zu Agnes’ scheinbar unbeschwerter Selbstgenügsamkeit beigetragen hat, hinter der sich eine tiefere Einsamkeit und ein Gefühl von Verlust verbergen. Selten verlässt man eine Vorstellung mit dem Bedauern, dass sie viel zu schnell vorbei ist.

WEBSITE DES VAULT FESTIVAL

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