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REZENSION: Blutig Schwierige Frauen, Online-Stream ✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

pauldavies

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Paul T Davis rezensiert Tim Walkers Stück Bloody Difficult Women, das in den Riverside Studios gezeigt wurde und nun online gestreamt wird.

Bloody Difficult Women Stream verfügbar bis 3. Mai

3 Sterne

Online ansehen In einem gefühlten anderen Leben, nämlich 2016, wurde Kenneth Clarke am Mikrofon dabei erwischt, wie er Theresa May als „bloody difficult woman“ („verdammt schwierige Frau“) bezeichnete, als sie Premierministerin wurde. Tim Walkers Debütstück greift diese Formulierung auf – und wendet sie auch auf Gina Miller an, die Unternehmerin, die die Regierung vor Gericht brachte, weil sie nach dem Brexit-Referendum Artikel 50 ohne Zustimmung des Parlaments auslösen wollte. Heute wirkt das alles weit weg, doch diese souveräne, in den Riverside Studios aufgezeichnete Produktion zeigt, wie hartnäckig viele Haltungen geblieben sind – Woche für Woche bestätigt durch das Gebaren unserer aktuellen Regierung.

Die Besetzung ist stark. Jessica Turner trifft Mays schrille Stimmführung und ihre Manierismen perfekt und verleiht ihr zugleich Tiefe – besonders in den Momenten, in denen sie sich an ihren Vater erinnert, der bei einem Autounfall ums Leben kam. Amara Karen ist hervorragend als Gina Miller, die eine Lawine aus Beschimpfungen und Todesdrohungen ertragen muss, während die rechtsgerichtete Presse, allen voran die Daily Mail, darauf aus ist, ihren Ruf zu zerstören. Als der fluchende Chefredakteur Paul Dacre zielt Andrew Woodall punktgenau auf die Rücksichtslosigkeit und den Sexismus der Branche; sein Schimpfen hat dabei fast etwas Poetisches. Die Rolle von Millers Ehemann, solide gespielt von Edmund Kingsley, wirkte zwischen den schnellen Szenen jedoch unterentwickelt – und auch andere Figuren hätten mehr Kontur vertragen.

Das Stück fühlt sich nicht bissig genug an und könnte in seiner Attacke auf das System noch weiter gehen. Es gibt viele Witze über unseren aktuellen Premierminister sowie über Mays Vorgänger David Cameron, doch das wirkt fast zu sanft. Auch die direkt ans Publikum gerichteten Monologe fühlen sich stellenweise etwas bemüht an – offenbar dazu gedacht, möglichst viel Hintergrundinformation unterzubringen. Was das Stück jedoch absolut auf den Punkt bringt, ist die Jauchegrube aus Politik und Medien: Wie Miller sagt, „wenn diejenigen, die uns regieren, sich nicht an die Regeln halten, wird es sonst niemand tun.“ Die Misogynie, der beide Frauen ausgesetzt waren, wurde durch die jüngsten Ereignisse im Unterhaus auf bedrückende Weise erneut vorgeführt – und dass selbst so beeindruckende Frauen wie diese damit überzogen werden, wird in Stephen Unwins kluger, gut getakteter Inszenierung zum mobilisierenden Aufschrei.

BLOODY DIFFICULT WOMEN ONLINE ANSEHEN

Produktionsfotos – Mark Senior

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