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KRITIK: Der Außenseiter-Hund, Talking Heads, BBC iPlayer ✭✭✭✭
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Von
pauldavies
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Paul T Davies bespricht Alan Bennetts The Outside Dog mit Rochenda Sandall als Teil der Talking Heads-Staffel in der BBC iPlayer-Mediathek.
Rochenda Sandall in The Outside Dog The Outside Dog.
Jetzt in der BBC iPlayer-Mediathek verfügbar
4 Sterne
Wenn man den Talking Heads-Monologen aufmerksam zuhört, hört man oft einen Hund auf der Strasse bellen, auf die die Figuren hinausblicken. Die meisten von ihnen halten nicht viel von diesen „an Laternenpfählen schnüffelnden Viechern“, aber am nächsten kommt dem Leben im Haus noch Tina – der Hund, den Marjory verabscheut und den sie darauf besteht, dass ihr Mann Stuart draussen hält. Selbst dann ist es nur Stuart, der den Hund liebt; Marjorys Putzregime wirkt dabei ziemlich zwanghaft. Stuart beginnt, Tina nachts zu langen Spaziergängen auszuführen, wirft seine Kleidung in die Wäsche, kommt nackt ins Bett und macht einfach weiter. Und das alles, während in ihrer Gegend Frauen ermordet werden – bis die Polizei nicht lange braucht, um ihn festzunehmen.
Es ist eines der düstersten Stücke aus Bennetts Reihe: Marjory setzt Stuarts Schuld Stück für Stück zusammen, als sie seine blutbefleckte Kleidung findet, während sie die Gelegenheit nutzt, den Zwinger draussen zu reinigen. Nach und nach sehen wir, wie gefangen sie ist – nicht nur in ihrem Putz-Zwang, sondern auch in ihrer Ehe. Stuart wird freigesprochen, und sie hat viel zu grosse Angst, etwas zu sagen. Als der Hund ins Schlafzimmer verlegt wird, spürt man, dass ihr Schicksal besiegelt ist. Rochenda Sandall ist hervorragend als Marjory – keine besonders sympathische Frau, aber eine, deren Routinen sie überhaupt am Laufen halten. Der Schrecken in ihren Augen, das flehentliche Ansprechen der Kamera: Das macht diesen Monolog so verstörend. Und Sandall vermittelt perfekt die Komplexität einer Frau, auf die man wütend sein sollte, weil sie Beweise zurückhält, der man aber gleichzeitig zurufen möchte, aus ihrem Gefängnis zu entkommen.
Nadia Fall inszeniert das mit zurückgenommener Dramatik; es fühlt sich tatsächlich sehr wie ein Beichtmonolog an, Marjorys Schuld und Angst erklären sich dabei fast von selbst. Interessant ist, wie viel dunkler die zweite Talking Heads-Reihe war, zu der dies ursprünglich gehörte, als die erste – zehn Jahre zuvor. Streckenweise keine leichte Kost, aber diese Neuauflagen bieten Schauspiel auf höchstem Niveau, und es ist wohltuend, wieder lange Szenen zu sehen, die sich Zeit nehmen, sich zu entfalten.
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