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KRITIK: Mary Poppins, Prince Edward Theatre London ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

markludmon

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Mark Ludmon rezensiert Mary Poppins mit Zizi Strallen und Charlie Stemp im Prince Edward Theatre in London

Zizi Strallen, Charlie Stemp und Company. Foto: Johan Persson Mary Poppins

Prince Edward Theatre, London

Fünf Sterne

Karten buchen Während graue Wolken, Wind und Regen über London hereinziehen, ist Mary Poppins zurück, um uns mit einem Feuerwerk aus Farbe, Magie und Freude aufzurichten. Nach 11 Jahren ist das Bühnenmusical ins Prince Edward Theatre zurückgekehrt – mit neuer Besetzung – und verzaubert damit eine weitere Generation von Kindern ebenso wie uns Erwachsene. Als Kind war ich vom Film von 1964 mit Julie Andrews vollkommen in den Bann gezogen und habe fast alle Romane von P. L. Travers gelesen, die ihn inspirierten. Und so bleiben der Film und seine Fortsetzung von 2018 mit Emily Blunt zwar ein „guilty pleasure“, doch ich liebe es, wie die Disney-Bühnenfassung Figuren und Episoden aus den Büchern aufgreift – adaptiert von Downton Abbeys Julian Fellowes – statt den Film einfach nur nachzuerzählen.

Joseph Millson, Amy Griffiths und Company in Mary Poppins. Foto: Johan Persson Glücklicherweise enthält sie die meisten Songs aus dem Film von Richard M. und Robert B. Sherman, die für die neue Handlung überarbeitet wurden und nahtlos durch neue Nummern von George Stiles und Anthony Drewe ergänzt werden (zu deren eigenen Musicals auch Soho Cinders gehört, derzeit im Charing Cross Theatre zu sehen). Statt nur als Auftakt zu einer Reise in eine Cartoonwelt zu dienen, verwandelt „Jolly Holiday“ einen grauen, trüben Spaziergang im Park in grell leuchtendes Technicolor, während „Supercalifragilisticexpialidocious“ aus einem Abstecher in einen buchstäblichen „talking shop“ hervorgeht, in dem man Buchstaben kauft, um Gespräche zu führen. Über allem wacht Mrs Corry – in den Büchern eine wiederkehrende Figur, im Film hingegen nur eine flüchtige Erscheinung: hier eine westindische Frau und die einzige zentrale Figur of Colour in der Produktion, grandios gespielt von Malinda Parris.

Step in Time – Zizi Strallen und das Ensemble von Mary Poppins. Foto: Johan Persson

Der große Handlungsbogen bleibt jedoch erhalten: Mary Poppins landet unerwartet im Haushalt von George und Winifred Banks, um sich um deren zwei ungezogene Kinder Jane und Michael zu kümmern – an dem Abend, an dem ich die Vorstellung sah, charmant gespielt von Nuala Peberdy und Fred Wilcox. In einer Reihe von Abenteuern lernen Eltern wie Kinder, dass Familie und Vergnügen wichtiger sind als Arbeit und Geldverdienen um des Geldes willen – eine Botschaft, die im Zeitalter von Hedgefonds und neoliberalem Kapitalismus durchaus nachhallt, wenn auch nicht unbedingt bei allzu genauer Betrachtung. Als mystisches Sinnbild von Güte und Mitgefühl taucht die legendäre Petula Clark (die heute 87 wird) immer wieder als Bird Woman auf und bittet um „two pence a bag“, um die Vögel zu füttern – das moralische Herz der Show.

Petula Clark als die Bird Woman. Foto: Johan Persson

Neben dem Lichtdesign von Hugh Vanstone und Natasha Katz sowie den Projektionen von Luke Halls schöpft Bob Crowleys umwerfendes Bühnen- und Kostümbild seine Inspiration aus den Illustrationen der Bücher – inklusive eines wunderschönen Pop-up-Effekts für das Zuhause der Banks in der Cherry Tree Lane. Dank Crowley und den Illusionisten Paul Kieve und Jim Steinmeyer ist die Produktion voller Zaubereffekte, allen voran der atemberaubende Anblick, wie Mary Poppins Unmögliches aus ihrer Tasche hervorzaubert.

Charlie Stemp (Bert) und das Ensemble von Mary Poppins. Foto: Johan Persson

Nach dem zuckersüßen Charme von Julie Andrews ist Zizi Strallen eine resolute, urteilende Mary Poppins – aber mit einem Funkeln in den Augen, und gewiss weniger unheimlich als P. L. Travers’ ursprüngliche Figur. Mit ihrem warmen Sopran ist sie ideal für die Rolle; ja, „practically perfect“, wie es einer der neueren Songs ausdrückt. Mit Charisma und akrobatischer Energie strahlt Charlie Stemp als Bert, der freche Tausendsassa, der sich ihren Abenteuern anschließt und die Showstopper-Schornsteinfeger-Nummer auf Londons Dächern in „Step in Time“ anführt. Bert besitzt seine ganz eigene Magie und sorgt – in einem metatheatralen Kniff – selbst für Szenenwechsel, die die Geschichte vorantreiben.

Zizi Strallen und die Kinder. Foto: Johan Persson

In einem durchweg makellosen Ensemble ist Joseph Millson hervorragend als Mr Banks, der sich vom steifen Geschäftsmann zum Drachen-steigenden Familienvater entwickelt, während Amy Griffiths als Mrs Banks eine starke, gewinnende Leistung zeigt, hin- und hergerissen zwischen traditioneller Ehefrauenpflicht und dem Wunsch, sich selbst treu zu bleiben. Musical-Theatre-Veteranin Claire Moore stiehlt als herrlich fiese Nanny Miss Andrew die Show und bestraft ungezogene Kinder mit „brimstone and treacle“ – Mary Poppins’ Erzfeindin in mehreren der Bücher.

Trotz der fragmentarischen Handlung lässt die Inszenierung unter der Regie von Richard Eyre nie nach – mit spektakulärer Choreografie von Matthew Bourne und Stephen Mear, von den ambitionierten, energiegeladenen Routinen zu „Supercalifragilisticexpialidocious“ und „Step in Time“ bis hin zu eher tänzerisch-ballettartigen Sequenzen im Park. Es ist vielleicht nicht die Geschichte, die viele von uns aus dem Film kennen – doch diese Show begeistert und zieht einen hinein, mit Songs, die unwiderstehlich sind für alle, die sich plötzlich beim Mitsingen und Mitklatschen wiederfinden.

Buchbar bis 7. Juni 2020

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