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REZENSION: Sunny Afternoon, Harold Pinter Theatre ✭✭✭✭
Veröffentlicht am
Von
danielcolemancooke
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Tom Whitelock, Danny Horn, Damien Walsh und Oliver Hoare in Sunny Afternoon. Foto: Kevin Cummins Sunny Afternoon
Harold Pinter Theatre
20. Oktober
4 Sterne
Tickets buchen Nach dem großen Abräumen bei den Olivier Awards ist es kein Wunder, dass Sunny Afternoon seinen ersten Geburtstag erleben durfte.
Die Geschichte vom Aufstieg, Fall und zweiten Aufstieg von The Kinks ist seit der Premiere ein Publikumsliebling – doch lohnt sich der Besuch noch, jetzt, wo die Originalbesetzung weitergezogen ist? Die Antwort lautet ganz klar: ja. Die Neuzugänge sprühen weiterhin vor Energie und bauen auf dem anarchischen Geist der ursprünglichen Inszenierung auf.
Die Handlung ist streng biografisch, aber spannender als die meisten vergleichbaren Musik-Biopics. The Kinks waren wahrlich keine Unbekannten, wenn es um Drama ging: Nicht nur gab es die ultimative Rivalität unter Brüdern, sie hatten auch die „Auszeichnung“, als erste britische Band aus Amerika rausgeworfen zu werden.
Auch wenn die Story nicht übermäßig tiefgeht, gibt es einige emotionale Momente – besonders gegen Ende, wenn für Frontmann Ray Davies wirklich alles zu entgleisen beginnt. Dazu kommt ein hübscher politischer Subtext: Ihre konservativen Manager müssen sich eingestehen, dass Schwärme wie The Kinks dabei sind, zur wahren Aristokratie zu werden.
Das Stück arbeitet hart daran, die Zeit einzufangen, und verweist auf andere zeitgenössische Bands – auch wenn manche Pointen mitunter etwas zu augenzwinkernd ausfallen (so nach dem Motto: „Da gibt’s so eine kleine Band namens The Who, von der haben Sie bestimmt noch nie gehört.“). Am stärksten ist das Buch, wenn es vor Spannung knistert: Das turbulente Finale der ersten Hälfte ist packend und hält die Intensität des rasanten Rock ’n’ Roll, der hier geboten wird, mühelos mit.
Apropos Musik: Sie ist ganz klar die größte Stärke der Produktion – wenig überraschend bei einem derart brillanten Backkatalog. Oft war die Musik „geschichtet“: Ein simples Riff, dann kamen in improvisierter Manier immer mehr Elemente dazu, bis alles in einem euphorischen Höhepunkt mündete. Ein großartiger Kniff, der das schlichte Genie von Gänsehaut-Nummern wie Sunny Afternoon und You Really Got Me eindrucksvoll zeigt.
Doch es war nicht nur gitarrenlastiger Rock; es gab auch süßere, subtilere Songs. Eine a-cappella-Version von Days hatte wunderschöne Harmonien – ebenso Too Much On My Mind, ein berührendes Duett zwischen Ray und seiner Frau Rasa. Getragen wurde das alles von einer hervorragenden Live-Band und einigen superb gespielten musikalischen Momenten auf der Bühne.
Danny Horn als Ray Davies. Foto: Kevin Cummins
Anfangs war ich mir bei Danny Horn als Ray nicht ganz sicher; er ist deutlich weniger der geborene Showman als der Olivier-Preisträger John Dagleish, den er ersetzt hat. Doch seine Stimme und seine Gestik treffen Davies viel genauer – und er machte sich viele der zarteren Songs ganz zu eigen.
Oliver Hoare ist elektrisierend als der cross-dressende, thrill-suchende Dave Davies – das dürfte eine der spaßigsten (wenn auch kräftezehrenden) Rollen sein, die man im West End spielen kann. Auch Damien Walsh verdient Lob für seine Darstellung von Mick Avory: Er stiehlt mit einem beeindruckenden, scheinbar endlosen Drum-Solo allen die Show.
Megan Leigh Mason, in ihrem West-End-Debüt, war eine überzeugende Rasa und wandelte sich im Handumdrehen vom naiven Fan zur desillusionierten Mutter. Charlie Tighe und Gabriel Vick waren zudem herrlich pompös als die glücklosen und doch unerklärlich reichen Co-Manager der Band.
Eine wiederkehrende Ärgerlichkeit in der ersten Hälfte war der Soundmix: Die schweren Gitarren übertönten den Großteil der Lyrics. Nach der Pause schien das behoben, doch es war auch schon während der ursprünglichen Laufzeit ein Problem – umso bedauerlicher, wenn dadurch einige der starken Gesangsleistungen geschmälert werden. Miriam Beuthers Kostüme treffen die Epoche großartig: Neonfarben und Schlaghosen, dazu wirklich messerscharfe Anzüge.
The-Kinks-Frontmann Ray Davies gesellte sich im Harold Pinter Theatre zu vielen prominenten Gästen, um den ersten Geburtstag seiner Co-Kreation zu feiern. Nach diesem Eindruck wird die Show wohl noch eine ganze Weile laufen. TICKETS FÜR SUNNY AFTERNOON IM HAROLD PINTER THEATRE BUCHEN
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