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KRITIK: Musik, Leicester Square Theatre, London ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

16. Februar 2020

Von

julianeaves

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Julian Eaves bespricht Frances Barber in Musik von den Pet Shop Boys und Jonathan Harvey, jetzt im Leicester Square Theatre, London.

Frances Barber in Musik.

MusikLeicester Square Theatre 11. Februar 2020 5 Sterne Tickets buchen Ein Frontalangriff aus der Bohème, der das selbstzufriedene, sattgelagerte Bürgertum aus seinen plüschigen Sitzen sprengt – hinein in koksgeschwängerte, hochoktanige Erinnerungen einer abgehalfterten Möchtegern-Ikone.  Das wäre eine treffende Zusammenfassung dieser Kuriosität: eine einstündige Stand-up-Nummer für eine führende Schauspielerin – die grossartige Frances Barber – die eine Welt geisselt, die ihr beharrlich die verdiente Anerkennung verweigert. Vor einer gefühlten Ewigkeit tat sich Autor Jonathan Harvey mit zwei Popmusikern zusammen, die – wie so viele ihrer Zunft – meinten, sie könnten es auch in der „legitimeren“ Welt des Musicaltheaters schaffen.  Das Ergebnis, „Closer To Heaven“ (kürzlich wiederaufgenommen im Above The Stag), lief in einer faszinierenden Serie im Arts Theatre, geliebt von hingebungsvollen Fans (hier schuldig im Sinne der Anklage) und beäugt von manchen verständnislosen Rezensenten.  In einer Hauptrolle strahlte unsere Frankie wie ein lichterloh brennendes Lagerhaus voller römischer Lichter – als Club-Hostess und „Scene Diva“ Billie Trix. Neunzehn Jahre später ist sie zurück, vom Lauf der Zeit kaum gezeichnet; wenn überhaupt, dann noch furchtloser und kompromissloser – in einer One-Woman-Show, die als pseudoautobiografischer Streifzug durch ihren Backkatalog an Pet-Shop-Boys-Songs daherkommt: die meisten als frisch geschmiedete Pastiches für diesen Abend, ein paar (darunter die mitreissende Rock-’n’-Roll-Hymne „Friendly Fire“) tauchen aus der Originalproduktion wieder auf.  Der grosse Unterschied bei diesen Nummern ist jedoch: Es sind nicht einfach Popsongs. Sie „klingen“ so, sind aber tatsächlich eng mit dem dramatischen Geschehen verwoben.  Selbst wenn es um etwas so „Triviales“ und „Wegwerfbares“ wie Suppe (aus Dosen) geht. Ja, das ist eine Show, bei der es sich auszahlt, gebildet zu sein und die wichtigsten Player der westlichen Popkultur wirklich zu kennen; von Sartre bis Warhol, von Dalí bis Madonna fallen die Namen im derben Monolog wie Kegel – jede*r davon soll La Trix, so heisst es, etwas Wesentliches gestohlen haben, das zu ihrem Kultstatus beiträgt.  Doch die Wahl des Spielorts ist bewusst schäbig und heruntergekommen und nimmt ihren Ruhmbehauptungen etwas vom Glanz: Die etwas in die Jahre gekommene Weite des Leicester Square Theatre wirkt hier mehr denn je wie die Art von klebrigem Club, in dem Trix und ihresgleichen am ehesten – vielleicht sogar nur – zu Hause sind. In vielerlei Hinsicht gelingt die Verzahnung von Musik und Erzählung – zusammen mit ständig wechselnden Visuals von Milk Media – hier überzeugender als in „Closer“: Regisseur Josh Seymour gleitet souverän von Moment zu Moment, mit Bewegungen, die Choreograf Anthony Whiteman geschickt einstreut.  Lee Newbys Ausstattung evoziert treffend die „Hocker-und-Getränketisch“-Mise-en-scène solcher Soloabende, mit schwungvoller Garderobe für Barber und pointiert erdachtem Licht von David Plater.  Das Sounddesign ist glasklar (und ich sass praktisch ganz hinten in der langen, breiten, flachen Sitzreihe) – von Fergus O’Hare. Und doch wirkt es unvollständig.  Es gibt genug, um zu locken, zu fesseln, zu provozieren – aber am Ende bleibt es viel scherzhaftes Vorgeplänkel, das nie ganz in richtiges, vollumfängliches Spiel übergeht.  Dann ist die Show vorbei, und man sehnt sich danach zu wissen, wie es weitergeht.  Wo ist der zweite Akt?  Vielleicht in ihrer Garderobe, oder in einem Restaurant, einem Club, einer Bar – oder sogar „zu Hause“?  Diese Show schreit nach mehr.  Harveys Pointen sind sehr gut, Barber bringt sie perfekt, und sie singt die PSB-Nummern, als wären sie für sie geschrieben: und das waren sie.  Und dennoch fühlt es sich an wie ein grandioses Entrée – ein grosses, freches Stück Filet Mignon –, aber wo ist das Gemüse?  Und wo ist das Dessert? Vielleicht...  gerade in Arbeit?  Wer weiss?  Sämtlicher Klatsch zu allem oben Genannten wird mit grösstem Respekt behandelt... und absoluter Indiskretion. Bis 1. März 2020 TICKETS FÜR MUSIK BUCHEN

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