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BEWERTUNG: Gabriel Byrnes 'Walking With Ghosts', Apollo Theatre ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

markludmon

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Mark Ludmon rezensiert Walking with Ghosts, geschrieben und gespielt von Gabriel Byrne, im Londoner Apollo Theatre

Gabriel Byrne in Walking With Ghosts. Foto: Ros Kavanagh Gabriel Byrnes Walking with Ghosts

Apollo Theatre, London

Vier Sterne

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Gabriel Byrne ist als Schauspieler auf der Leinwand und auf der Bühne um die ganze Welt gereist – doch in seiner eigenen Show Walking with Ghosts führt er uns zurück zu seinen Wurzeln in Dublin: ein offenes, fesselndes Stück Erzählkunst. Basierend auf seinen gleichnamigen Memoiren, die 2020 erschienen sind, beschwört Byrne seine Arbeiterfamilie und das Umfeld der 1950er- und 1960er-Jahre herauf – von den ersten Schultagen und dem Leid durch einen sadistischen Lehrer über Erstkommunion und Familienleben bis hin zu seinen frühen Versuchen, sich eine Laufbahn aufzubauen.

Unter der Regie von Lonny Price ist Byrnes Vortrag zurückhaltend und konversationell – und gewinnt dadurch zusätzliche Wucht, wenn er einige der erschütterndsten Ereignisse seiner Kindheit schildert, darunter Missbrauch durch einen Priester. Gleichzeitig funkelt er, wenn er glücklichere, bisweilen urkomische Episoden erzählt, und gelegentlich bringt er den Saal zum Beben, indem er ein paar wirklich grottige Witze zum Besten gibt.

Gabriel Byrne in Walking With Ghosts. Foto: Ros Kavanagh

Über weite Strecken ist es eine sehr persönliche Erinnerung an eine ganz gewöhnliche Dubliner Arbeiterkindheit – zugleich bekommen aber auch alle, die sich für sein Schauspiel interessieren, reichlich geboten. Byrne lässt die Aufregung seiner ersten Kinobesuche mit der Grossmutter wieder aufleben; dabei entstand seine Liebe zum Film, die später seine Berufsentscheidungen prägte. Ebenso trifft er den Zauber des Amateurtheaters, das ihm eine Welt öffnete, in der er Sinn und Zugehörigkeit fand. Seine ersten Schritte ins professionelle Schauspiel – darunter eine wiederkehrende Rolle in der langlebigen irischen Seifenoper The Riordans – liefern zudem einige herrliche Anekdoten.

Obwohl Byrne mit vielen der grossen Namen von Bühne und Leinwand gearbeitet hat, sind theatrale Backstage-Geschichten eher rar und meist nur insofern enthalten, als sie zu seiner persönlichen Erzählung beitragen. Der walisische Schauspieler Richard Burton tritt auf, als die beiden in den 1980er-Jahren an der TV-Serie Wagner zusammenarbeiteten – doch das führt weiter zu Byrnes bewegender Betrachtung der irischen Trinkkultur und seiner eigenen Alkoholabhängigkeit, ebenso wie zu Gedanken über Ruhm.

Byrnes Text hat einen unverwechselbar lyrischen irischen Ton; das Heraufbeschwören von Geistern lädt zu Vergleichen mit James Joyce ein. Das Sounddesign von Sinéad Diskin hüllt das Publikum in eine stimmungsvolle Klanglandschaft und trägt uns in die Strassen und Bars Dublins. Allein auf einer nahezu leeren Bühne wird Byrne buchstäblich von Sinéad McKennas dreifachen Bilderrahmen eingefasst und schimmert gedämpft in einem wolkigen Spiegelhintergrund. Fast zwei Stunden lang (plus Pause) erweist sich Byrne als virtuoser, zugleich feinfühliger Erzähler, der Humor und Wehmut, Freude und Trauer zu einer hypnotischen Reise durch die Höhen und Tiefen seiner frühen Jahre verbindet.

Gabriel Byrnes Walking with Ghosts läuft im Londoner Apollo Theatre bis zum 17. September 2022.

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