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REZENSION: Top Hat das Musical, The Mill at Sonning ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

Libby Purves

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Unsere eigene TheatreCat Libby Purves bespricht Jonathan O’Boyles Inszenierung von Top Hat, die derzeit im The Mill at Sonning zu sehen ist.

Top Hat. Fotos: Andreas Lambis Photography Top Hat – das Musical

The Mill at Sonning

Bis 8. Januar 2022

4 Sterne

Für mich war das ein neuer Ausflug. Das Watermill ein paar Meilen weiter westlich liebe ich schon lange, aber das Mill at Sonning hatte ich bislang kaum auf dem Schirm – mit seinem noch grösseren, funktionierenden und sogar Strom erzeugenden Wasserrad, der grosszügigen urigen Bar und dem eleganten halbrunden Zuschauerraum mit überall perfekten Sichtlinien.  Man wünscht sich sofort, es gäbe noch mehr Theater in alten Wassermühlen: Sie sind dafür offensichtlich wie gemacht.

Jedenfalls hatten mir mehrere Berichte versichert, dass Irving Berlins Top Hat dort draussen an den Ufern der Themse alles bekommt, was es braucht – nicht zuletzt Tap-Dance auf höchstem Niveau. Sie hatten recht. Das ist das schaumigste, absurdeste Film-Musical aus der goldenen Ära (alle unterwegs ins Filmmusical-Paradies à la Fred Astaire).  Ein herrlich schlagfertiger Unsinn, dessen Handlung auf einem einzigen unwahrscheinlichen Missverständnis basiert, das zu Gold der Absurdität ausgesponnen wird.  Kenny Wax sicherte sich 2011 die Rechte für die Bühne; danach tourte die Produktion durch Grossbritannien, ergänzt um weitere Irving-Berlin-Songs, und räumte am Aldwych folgerichtig Olivier Awards ab.

Top Hat. Fotos: Andreas Lambis Photography

Aber wie funktioniert das im kleineren Rahmen?  Hervorragend – nicht zuletzt, weil die aussergewöhnlichen, perkussiven Tap-Massenszenen aus nächster Nähe noch aufregender sind; und es hat etwas beinahe pheromonartig Anregendes, im selben Raum zu sein, gar nicht weit entfernt von der energiegeladenen, unmöglich wirkenden Athletik erstklassiger Tänzerinnen und Tänzer. Ob harter Tap, softer Shuffle oder Ballroom: Es hat eine schwindelerregende, hypnotische Wirkung auf alle – wie man an einer gewissen Menge Herumgehüpfe und Versuchen, auf dem Kies Richtung Parkplatz zu shufflen, gut beobachten konnte. Also, in meinem Fall jedenfalls.

Jack Butterworth ist als Jerry Travers ein leichtfüssiger Wirbel aus Schalk; Billie Kaye ist genau das richtige Gegenstück dazu, und beide wirken mit ihrem Look angenehm stimmig in der Epoche (Jason Denvirs Bühnenbild ist wunderbares Art déco und verwandelt Hintergrund und enge Seitenbühnen raffiniert in eine Broadway-Bühne, einen Park, zwei elegante Hotelzimmer mit grossen Betten und den Lido von Venedig). Tiffany Graves und Paul Kemble sind als der gebeutelte Produzent Horace und seine coole, sarkastische Frau Madge unwiderstehlich und bringen mit ihrer grossen späten Nummer über das gegenseitige Abscheuen das Haus zum Toben („Outside of that, I love you!“). Delme Thomas ist herrlich lächerlich als comic-hafter italienischer Modedesigner in schneeweissen Gamaschen, Brendan Cull angenehm schräg als Bates der Valet, und Charlie Booker, der innerhalb des fantastischen, rasanten Ensembles sein Profi-Debüt gibt, bekommt seinen ganz eigenen herrlich campen Moment.

Top Hat. Foto: Andreas Lambis Photography

Tatsächlich ist eine der Freuden dieses albernen Stücks, dass so viele Darstellerinnen und Darsteller ihren Glanzmoment bekommen,  nicht nur die vier Hauptrollen. Und natürlich ist das wortgewandte, vaudevillehafte Schlagabtausch-Geplänkel entscheidend. Grossartig grauenhafte Witze von 1935:  Ich hatte diesen Gag völlig vergessen: „You don’t know what it means to come home to a woman who’ll show you a little love a little tenderness. It means you’re in the wrong house.“ Wunderbar gespielt – wir haben alle vor Vergnügen losgebellt.

Jonathan O’Boyle inszeniert mit Tempo und Eleganz,  und Ashley Nottinghams Choreografie ist ein Wunderwerk.  Wobei: Showtänzerinnen und -tänzer aus der Nähe sind ohnehin ein Wunderwerk.   Damit der Abend unter den alten Balken noch vergnüglicher wird: Zum Ticket für 69 £ gehört ein Zwei-Gänge-Buffet (grossartige Steak-and-Ale-Pie!). Ich habe das Mill at Sonning wirklich ins Herz geschlossen und bin sehr froh, dass es dank seiner Schutzengel und des Covid Recovery Fund noch da ist.  Ein Weihnachtsgenuss.

Kasse  millatsonning.com bis 8. Jan (mit einer klugen Weihnachtspause – also am besten bald buchen)

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