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REZENSION: To Have And To Hold, Hampstead Theatre, London ✭✭✭

Veröffentlicht am

13. November 2023

Von

Leitartikel

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Stephen James rezensiert Richard Beans unterhaltsame neue Komödie „To Have and To Hold“ im Hampstead Theatre in London

Die Company. Foto: Marc Brenner To Have and To Hold

Hampstead Theatre, London

Drei Sterne

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Wer schon einmal in die Pflege älterer Eltern eingebunden war, wird in Richard Beans neuer bittersüsser Komödie „To Have and To Hold“ vieles wiedererkennen. Darin kehren die mittelalten Geschwister Rob und Tina in ihr Elternhaus nach Wetwang in East Yorkshire zurück, um ihre betagten Eltern zu besuchen: Flo und den 91-jährigen Jack, einen ehemaligen Polizisten.

Marion Bailey und Alun Armstrong. Foto: Marc Brenner

Ein grosser Teil des Humors speist sich aus dem Generationengraben – von den Tücken neuer Technik bis zu den unterschiedlichen Haltungen eines Paars, das fest in seiner Gemeinde verwurzelt ist, und seiner weitgereisten, kosmopolitischen erwachsenen Kinder. Das ist charmant und oft hinreissend, besonders im Schlagabtausch zwischen Flo und Jack, die seit fast 70 Jahren verheiratet sind; doch abgesehen von einem kleinen Handlungsfaden rund um eine Unstimmigkeit auf einem Kontoauszug wirkt es eher wie eine ausgedehnte Sketchfolge über das Älterwerden, Familie und Ehe.

Christopher Fulford und Hermoine Gulliford. Foto: Marc Brenner

Getragen wird das Stück von Alun Armstrong, der Jack mit viel Charme und Sogkraft spielt: körperlich wacklig, geistig hellwach und mit herrlich trockenem, bissigem Witz – das Herz dieser unterhaltsamen und berührenden Komödie. Marion Bailey ist ausgezeichnet als Flo, mit ihren eigenwilligen Marotten und dem amüsanten Gezänk mit Jack. Unterstützt werden sie von Christopher Fulford und Hermione Gulliford als ihre Kinder sowie Rachel Dale als Cousine Pamela und Adrian Hood als Familienfreund „Rhubarb Eddie“.

Christopher Fulford und Alun Armstrong. Foto: Marc Brenner

Das Stück wirft Fragen rund um Pflege und Unterstützung älterer Menschen auf – gerade in einer Zeit, in der jüngere Generationen mobiler sind und oft weit weg von ihrem Herkunftsort leben. Es erinnert zudem an unaufgezeichnete Erinnerungen und mündlich überlieferte Familiengeschichten, die häufig verloren gehen, und webt Jacks fesselnde Erzählungen aus seiner Zeit bei der Polizei ein. Doch die Behandlung dieser Themen bleibt leicht und dringt kaum über das vertraute Geplänkel zwischen Eltern und Kindern hinaus. Unter der Regie von Richard Wilson und Terry Johnson ist „To Have and To Hold“ vergnüglich und handwerklich solide, mit einigen packenden erzählerischen Momenten, die die Leichtigkeit von Ton und Handlung wieder wettmachen.

Im Hampstead Theatre in London bis zum 25. November 2023.

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