NACHRICHTEN-TICKER
REZENSION: Thrill Me, Jermyn Street Theatre ✭✭✭✭
Veröffentlicht am
13. Januar 2016
Von
danielcolemancooke
Thrill Me
Jermyn Street Theatre
12. Januar
4 Sterne
Hannah Arendi sagte, dass das Böse banal sei, aber es stellt sich heraus, dass es auch melodisch ist. Ein schauriger Kindermord mag nicht wie ein lukratives zentrales Konzept für ein Musical erscheinen. Dennoch nimmt sich Stephen Dolginoffs Thrill Me der wahren Geschichte eines Paares von ‚Thrill Killern‘ an, die Amerika schockierten.
Die wohlhabenden Mörder, Richard Loeb und Nathan Leopold, beginnen ihre kriminelle Laufbahn mit kleinen Verbrechen, die schließlich zum Mord an einem 12-jährigen Jungen eskalieren. Ihre Beziehung ist komplex, teils motiviert durch ihre sexuelle Chemie, aber auch durch ihr Streben nach Macht und Einfluss aufeinander und die Außenwelt.
Dies führt zu einer dunklen und verstörenden Inszenierung, verstärkt durch eine düstere Klavierpartitur, die wunderschön von Tom Turner gespielt wird. Die Machtverhältnisse zwischen den Charakteren ändern sich ständig, wobei sich herausstellt, dass der scheinbar verletzliche Nathan möglicherweise von Anfang an die Fäden in der Hand hatte.
Die Partitur und die Texte sind eindringlich und scharf, mit einigen kraftvollen Harmonien zwischen den beiden Darstellern. Aufgrund der Fluidität der Inszenierung verschmelzen die Lieder oft miteinander, aber „Superior“ und „Life Plus 99 Years“ hinterließen einen besonderen Eindruck, indem sie makabere dramatische Spannung mit intensiver Musik kombinierten.
Während Nathans Beweggründe für die Teilnahme an dem Mord ziemlich klar aufgezeigt wurden, war nicht ganz deutlich, was Richard dazu ermutigte, eine so schockierende Planung anzuführen. Einige Szenen zeigten seine Liebe zu Nietzsche, die seinen Geist vergiftete (was durch historische Fakten unterstützt wird), aber die Verwandlung wirkte nie vollständig überzeugend; man hatte das Gefühl, dass vieles unausgesprochen blieb.
Außerdem wurden die äußeren Konsequenzen der homosexuellen Beziehung des Paares nie vollständig erforscht. Vermutlich würde ein homosexuelles Paar in den 1920er Jahren in Amerika als sensationell oder sogar unmoralisch angesehen, doch zu keinem Zeitpunkt überlegen die Charaktere, wie die Gemeinschaft oder die Polizei auf die Entdeckung reagieren könnten.
Die beiden Hauptdarsteller waren in dieser vermutlich höchst herausfordernden Inszenierung für jeden Schauspieler beide hervorragend. Guy Woolf war zunächst verliebt und verwundbar, entwickelte sich jedoch zu einem vielschichtigeren Charakter. Woolf hat eine echte Bühnenmagnetik und lieferte eine fesselnde Darbietung. Sebastian Hills amerikanischer Akzent rutschte ein- oder zweimal ab, aber er war als Richard teuflisch böse, mit einer düsteren und tiefen Baritonstimme, die der Partitur Leben einhauchte.
Die Regie von Paul Glaser war massiv reduziert; Bühne und Beleuchtung sind beide bemerkenswert einfach, was zur Rohheit und Intensität des Abends beiträgt. Die einzige Ablenkung war eine ziemlich nervige Nebelmaschine, die alle paar Minuten ohne ersichtlichen Grund zischte. Kim Mackays Kostüme passten gut zur Zeit und trugen zum Gefühl der Dekadenz der 1920er Jahre bei.
Wenn Sie über das augenbrauenerhebende Thema hinwegsehen können, bietet „Thrill Me“ eines der ungewöhnlichsten und eindringlichsten Theatererlebnisse. Beunruhigend, aber seltsam bewegend und faszinierend, bietet es einen einzigartigen Blick auf die Natur des Bösen und des Verbrechens. Einen Besuch wert, schon allein für eine Geschichte, die man erzählen kann!
Thrill Me läuft im Jermyn Street Theatre bis zum 16. Januar 2016
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