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KRITIK: Die Hexen, Nationaltheater ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

22. Dezember 2023

Von

pauldavies

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Paul T Davies rezensiert Roald Dahls The Witches, derzeit am National Theatre London zu sehen.

Katherine Kingsley als die Grand High Witch. Foto: Marc Brenner The Witches.

National Theatre.

21. November 2023

5 Sterne

Manchmal lohnt es sich als Kritiker, die tiefgehende Analyse beiseitezuschieben und einfach das zu geniessen, was einem da auf der Bühne serviert wird. Ich hatte erwartet, über die jüngste Kontroverse um Eingriffe in die Texte von Roald Dahls Büchern zu schreiben – und über die inhärente Misogynie, die in manchen Hexendarstellungen mitschwingt. Doch die mitreissende Eröffnungsnummer „A Note About Witches“ räumt das alles gleich ab: Der Fokus liegt auf Schuhen, Handschuhen und Perücken, die die Anzeichen von Hexen verdecken sollen – keine körperlichen Deformationen oder grossen Nasen hier. Und wir erfahren, was Hexen so treiben: „We do yoga, we do Pilates.“ Ab diesem Moment ist die Show eine einzige Freude – und manchmal, ganz manchmal, darf man als Kritiker etwas wirklich Besonderes erleben.

Laura Medforth (Mum), Bertie Caplan (Luke), Richard David Caine (Dad) und das Ensemble. Foto: Marc Brenner

Eine Nummer nach der anderen ist ein Vergnügen: Der zehneinhalbjährige Luke wird zum Waisen, schliesst sich mit Gran zusammen und kämpft, um den Hexenzirkel aufzuhalten. Der hält seine jährliche Konferenz im Majestic Hotel in Bournemouth ab und will mithilfe von Formula 86 – versteckt in Süssigkeiten – jedes Kind in England (Wales, Schottland und Nordirland sind wohl sicher) in Mäuse verwandeln, die man dann einfach zerquetschen kann. Am Premierenabend war Bertie Caplan ein grossartiger Luke – so ein junger Held, von dem man erst beim Betreten des Theaters merkt, dass man ihn gebraucht hat. Sein Vorstellungs-Song „Ready To Go“ trifft seinen Spirit perfekt. Sobald Luke zur Waise wird, stapft Sally Ann Triplett als norwegische, zigarrenrauchende, hexenjagende Gran auf die Bühne – eine herausragende Kreation, und das Zusammenspiel zwischen ihr und Caplan ist eine wahre Freude. Wenn die Handlung ins Majestic wechselt, bringt Daniel Rigby die wunderbar manische Energie mit, die man aus seinem Auftritt in Accidental Death of an Anarchist kennt: als Mr. Skinner, der Manager, der steif und fest behauptet, in seinem Hotel gebe es keine Mäuse. Getoppt wird das alles von Cian Eagle-Service als der süsse- und schokoladenverliebte Bruno, dessen Showstopper „Bruno Sweet Bruno“ für lautstarke Begeisterung sorgt. Der Hexenchor ist herrlich komisch – vielleicht könnten sie einen Tick bedrohlicher sein –, und Katherine Kingsley ist als Grand High Witch eine echte Schurkin: geschniegelt und verehrt, und ihren Kinderhass trägt sie bis in den Zuschauerraum. Ihr Solo im zweiten Akt, „Wouldn’t it Be Nice“, ist ein Appell an die Eltern im Publikum, sich vorzustellen, wie schön das Leben wäre, wenn die Kinder nicht ständig dazwischenfunken würden.

Ben Redfern (Roger), Ekow Quartey (Mr Jenkins) und Jacob Maynard (Kevin). Foto: Marc Brenner

Buch und Liedtexte von Lucy Kirkwood bleiben fest im Geist des Originals verankert: witzig und herrlich augenzwinkernd. Die Musik und Songtexte von Dave Malloy spiegeln die organisierte Anarchie dieser Geschichte. Regisseurin Lyndsey Turner hält die Produktion in ständigem Schwung, und Lizzie Clachans Design schafft ein märchenhaftes Bilderbuchgefühl und ist ebenso flink unterwegs wie die Handlung selbst. Gelegentlich dürfte etwas mehr Raum bleiben, damit die leiseren, berührenden Momente atmen können – aber die Show funktioniert so gut, weil das Ensemble sichtlich einen Riesenspass hat. Es ist ein grosses Vergnügen und die Weihnachtsshow, die es in dieser Saison zu schlagen gilt. Ein grossartiger Abschluss eines starken Jahres für das National Theatre – und ich vermute, für einen weiteren NT-Transfer in den West End wird man bald ein anderes Haus finden müssen.

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