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KRITIK: Das Phantom der Oper 25-jähriges Jubiläumsproduktion ✭✭✭✭✭
Veröffentlicht am
Von
douglasmayo
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Douglas Mayo bespricht Andrew Lloyd Webbers „Das Phantom der Oper“ – die 25th-Anniversary-Produktion in der Royal Albert Hall (2011), die im Rahmen von „The Shows Must Go On“ auf YouTube gestreamt wurde.
Das Phantom der Oper – 25th-Anniversary-Produktion
Royal Albert Hall, London
Über YouTube gestreamt
5 Sterne
Als Cameron Mackintosh und Andrew Lloyd Webber sich daranmachten, das moderne Musical mit erstklassigen Produktionen sowie Marketing und Promotion in einer Größenordnung neu zu definieren, die sonst eher großen Kinofilmen vorbehalten ist, hätte wohl keiner von beiden geahnt, dass ihre Zusammenarbeit auch knapp 35 Jahre später noch Bestand haben und so hervorragend unterhalten würde. Die Suche nach dem perfekten Liedtexter führte dazu, dass der junge Charles Hart gemeinsam mit Richard Stilgoe ein Libretto ablieferte, das Andrews Partitur für dieses wohl romantischste aller Musicals ideal ausbalanciert.
Als sich „Das Phantom der Oper“ seinem 25. Jubiläum näherte, schlug Cameron Mackintosh eine riesige Feier für „Das Phantom der Oper“ in der Royal Albert Hall vor. Das sollte keine gewöhnliche Konzertfassung werden: Die Eigenart der Show und die Art, wie sie ursprünglich von Hal Prince und Gillian Lynne inszeniert wurde – zusammen mit den außergewöhnlichen Bühnenbildern und Kostümen von Maria Bjornson – verlangten nach etwas ganz Besonderem. Und was viele von Ihnen gestern Abend gesehen haben, war das Ergebnis.
Ramin Karimloo
Unter Beibehaltung vieler ikonischer Elemente von Maria Bjornsons ursprünglichem Bühnenbild und mit einem cleveren Einsatz von Projektionen schufen Produktionsdesigner Jon Driscoll und Bühnenbildner Matt Kinley zusammen mit den Licht-Zaren Andrew Bridge und Patrick Woodroffe einen neuen Raum, in dem das Phantom Chaos stiften kann – und das ausgerechnet auf einer Konzertbühne!
Ein großer Teil der Magie des Phantoms liegt in seiner majestätischen Partitur, und dieses Konzert gab Andrew Lloyd Webber und Co-Orchestrator David Cullen die Gelegenheit, diese Musik zu nehmen und wirklich glänzen zu lassen. „Das Phantom der Oper“ verfügt im West End über das größte Orchester, doch für diese Orchestrierung wurde es auf unglaubliche 48 Musiker*innen aufgestockt – unter der Leitung von Anthony Inglis – und ich bezweifle, dass man es je besser hören wird. Viele, die meine Kritiken lesen, wissen, dass ich bei Musicals schwach werde: echte Instrumente, insbesondere die Streicher, und hier – bei kristallklarem Klang von Mick Potter – funkelte die Partitur.
Sierra Boggess Ramin Karimloo übernahm erneut die Rolle des Phantoms – eine Rolle, die er sowohl in „Das Phantom der Oper“ als auch in „Love Never Dies“ perfekt verkörpert hat. Mit einem wunderschönen Tenorbariton, unglaublicher Subtilität und einem hohen Drama, das durch die Magie der gefilmten Nahaufnahme erst möglich wird, war es eine Freude, diese Darbietungen wie nie zuvor zu erleben. Das verlieh auch den Szenen zwischen dem Phantom und Christine, die diesmal von Sierra Boggess gespielt wurde, neue Dimensionen. Die Chemie auf der Bühne war spürbar – so wichtig für den Moment, in dem Christine dem Phantom erstmals die Maske abnimmt, sie ihm dann aber überraschend aus Mitgefühl wieder reicht. Musicalnummern wie Music Of The Night und Wishing You Were Somehow Here Again bis hin zur finalen Szene im Versteck waren schlicht erhaben.
Hadley Fraser und Sierra Boggess Kombiniert man diese beiden mit Hadley Frasers Raoul, erhält man das perfekte Liebesdreieck – und All I Ask Of You bis zur Replik des Phantoms zu verfolgen, ist pures Musicaltheater-Glück. Wunderbar war auch, Barry James und Gareth Snook als Firmin und André zu sehen – die beiden Theatermanager, die schnell begreifen, dass sie dieser Sache nicht gewachsen sind. Mit Wendy Ferguson und Wynne Evans als Carlotta und Piangi waren Nummern wie „Prima Donna“ eine wahre Freude.
Es gibt herrliche Momente in Gillian Lynnes ursprünglicher Inszenierung, die an Degas’ Ballerinen erinnern und hier beibehalten wurden; doch es ist vor allem der Blick hinter die Kulissen der Oper Populaire – von Liz Robertsons steifer Madame Giry bis zu Nick Holders Joseph Buquet –, der diese Produktion prägt. An nichts wurde gespart, und mit viel Liebe wurde dieses außergewöhnliche Musical in einen außergewöhnlichen Veranstaltungsort übertragen. Selbst das vergrößerte Corps de ballet und die Mitwirkung von Sergei Polunin vom Royal Ballet machten daraus ein Ereignis, das viele von Ihnen hoffentlich ebenso genossen haben wie ich.
Die besonderen Zugaben mit Sarah Brightman und Phantomen aus aller Welt – darunter Peter Jöback, John Owen-Jones, Anthony Warlow, Colm Wilkinson, Michael Crawford sowie die Original-London-Besetzung – waren schlicht das i-Tüpfelchen.
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