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KRITIK: The Normal Heart, National Theatre London ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

1. Oktober 2021

Von

pauldavies

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Paul T Davies bespricht Larry Kramers Stück The Normal Heart, das am National Theatre seine erste Londoner Wiederaufnahme seit 1986 erlebt.

Ben Daniels und Dino Fetscher in The Normal Heart. Foto: Helen Maybanks The Normal Heart.

National Theatre, Olivier.

30. September 2021

5 Sterne

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Angetrieben von Wut – berechtigter Zorn über die Untätigkeit von Regierung und Behörden – und gespeist aus eigenen Erfahrungen, erhält Larry Kramers autobiografisches AIDS-Stück seine erste große Londoner Wiederaufnahme seit der Uraufführung 1986. Und es ist eine atemberaubende, herzzerreißende Inszenierung – mit einem erstklassigen Ensemble und einer starken Bühnenumsetzung. Vorbei sind die AIDS-Schlagzeilen und die stetig steigende Zahl der Todesfälle, die die Originalproduktion begleiteten. Dominic Cookes leidenschaftliche Regie und Vicki Mortimers beinahe leere Bühne geben dem Stück Klarheit und Tempo; die Worte füllen das Auditorium – ein Stück, das wahrhaftig „against the dying of the light“ ankämpft. Ich verrate nicht, wie diese Produktion beginnt, aber es ist wunderschön und voller Respekt.

Liz Carr und Ben Daniels in The Normal Heart. Foto: Helen Maybanks

Indem es die frühen Tage der AIDS-Epidemie in New York City nachzeichnet und auf Kramers eigenen Erlebnissen beruht, ist das Stück mit der Zeit auf beeindruckende Weise gereift. Aus seinen Erfahrungen – der Gründung von Gay Men’s Health Crisis und dem späteren Hinausdrängen aus der eigenen Organisation – entsteht Ned Weeks, der im Grunde Kramer selbst ist. Seine Wut richtet sich gegen die New York Times wegen mangelnder Berichterstattung, gegen New Yorks Bürgermeister Koch, gegen die Langsamkeit der Medizin – aber letztlich zielt sein Zorn auf schwule Männer, die im Verborgenen leben. Ben Daniels ist grandios als Ned: ein bebendes Kraftpaket der Gefühle, laut und kompromisslos in seiner Intensität, zugleich verletzlich, als er sich zum ersten Mal verliebt – in Felix, der dann erkrankt. (Dino Fetscher liefert eine wunderschöne, herzzerreißende Leistung.) Gelegentlich, besonders im ersten Akt, sind Neds Argumente schrill und nahe am Dozierenden, doch inzwischen schätze ich umso mehr, wie klug Kramer Gegenargumente zu sich selbst in den Text eingewoben hat. Die Zeit erlaubt uns auch, offener und freier über den punktgenauen Humor des Stücks zu lachen – vieles davon getragen von Danny Lee Wynters herrlich frecher „Southern queen“ Tommy. Liz Carr ist als Dr. Emma Brookner ausgezeichnet; sie überbringt Nachrichten, die niemand hören will – „Sagt schwulen Männern, sie sollen keinen Sex mehr haben“ – und die Parallelen zu unseren Pandemie-Zeiten sind unheimlich: Botschaften der Verleugnung und Verschwörungserzählungen überall. Als Neds Bruder Ben, der gerade ein Zwei-Millionen-Dollar-Haus baut, während AIDS-Hilfsorganisationen um winzige Fördersummen kämpfen, ist Robert Bowman zart und suchend – brüderliche Liebe schimmert durch.

Robert Bowman in The Normal Heart

Die zweite Hälfte ist ein Akt voller kraftvoller Reden – jede einzelne bricht einem das Herz und entfacht den Kampf für Gleichberechtigung in der eigenen Seele. Das Politische ist in jeder Zeile dieses Stücks persönlich, und das Ensemble stellt sich dieser Aufgabe mit Bravour. Schlichte musikalische Entscheidungen unterstreichen und stützen den Text, wo es nötig ist, und Tragik wie Zärtlichkeit wirken im riesigen Olivier erstaunlich intim – diese Produktion versteht es meisterhaft, einen hineinzuziehen. Als It’s A Sin Anfang dieses Jahres auf Channel 4 lief, fragten mich viele schwule Männer, die ich kenne und die um die 30 sind: „War das wirklich so?“ Ja – so war es. Hier ist das Zeugnis. Eine wunderschöne, herzzerreißende Wiederaufnahme mit einigen der besten Darstellungen, die man dieses Jahr sehen wird.

Daniel Monks, Danny Lee Wynter und Henry Nott. Foto: Helen Masybanks

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