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REZENSION: The King's Speech, Frinton Sommer-Theater ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

pauldavies

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Paul T Davies bespricht The King's Speech, derzeit im Rahmen der Frinton Summer Theatre-Saison zu sehen.

The King’s Speech

Frinton Summer Theatre

12. Juli 2023

4 Sterne

Website des Frinton Summer Theatre Es ist ein kluger Schachzug des Frinton Summer Theatre, die Saison 2023 mit David Seidlers Bühnenfassung des Filmklassikers zu eröffnen. Inzwischen haben wir einen König, und da in Frinton vor jeder Vorstellung die Nationalhymne gespielt wird, haben die Zuschauer erstmals die Gelegenheit, God Save The King mitzusingen. Doch die Wahl ist keineswegs zynisch: Das Stück hat viel Herz, eine brillante zentrale Dynamik und bietet Geschichtsinteressierten einzigartige Einblicke in die Ereignisse, die zum Zweiten Weltkrieg führten. Nimmt man den ganzen königlichen Glanz beiseite, war König George VI. ein Mann mit starkem Stottern – in einer Zeit, in der Menschen mit Sprachstörungen oft verspottet und schikaniert wurden. Das Drama entfacht, als er nach der Abdankung seines Bruders plötzlich in die Rolle des Königs gedrängt wird. Der australische, angehende Shakespeare-Darsteller Lionel Logue ist der Mann, der dem König hilft, seine Stimme zu finden.

Die Inszenierung steht und fällt mit der zentralen Beziehung zwischen Bertie und Logue – und die wird hier wunderbar gespielt. Duncan Wilkins ist sehr stark als Bertie: schmerzlich bewusst über sein Stottern, verängstigt, zu Beginn der Beziehung jedoch auch hochmütig und distanziert – als Mitglied des Königshauses hat er andere Erwartungen als die meisten Menschen. Alan Cox ist als Logue der perfekte Gegenpart, der dem Prinzen, der zum König wird, nicht nach dem Mund redet. Sein ausgezeichnetes komödiantisches Timing sorgt für viele leichtere Momente; die Szenen der beiden miteinander machen Lust auf mehr. Wenn Bertie sich seiner Rede zum Beginn des Krieges nähert, werden die Darstellungen sehr bewegend. Auch ihre Ehefrauen sind hervorragend: Sarah Lambie als Elizabeth, die ebenso viel Etikette wie Liebe ausstrahlt, und Lucy Robinson als bodenständige Myrtle Logue – schlicht perfekt. Als David, der Prince of Wales (eine punktgenaue Darstellung von Perri Snowden), abdankt, wird einem klar, dass es mehr als nur eine „King’s Speech“ gibt. Alison Reids flüssige Regie hält das Ensemble straff im Tempo, lässt dem Stück aber Raum, in jene berührenden Momente hineinzugehen.

Bühnenbildnerin Sorcha Corcoran vollbringt – wie so oft – mit so wenig so viel und wird dabei von Pip Thurlows äußerst wirkungsvollem Licht- und Sounddesign unterstützt, das das Stück mühelos zwischen den Schauplätzen wechseln lässt. Ein faszinierendes Stück, das das Menschliche ebenso wie die Geschichte hervorhebt – und die Messlatte für die diesjährige Sommersaison hoch legt!

Bis Samstag, 15. Juli

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