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KRITIK: Die Audienz, Park Theatre, London ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

2. November 2023

Von

Leitartikel

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Jonathan Maitlands neues Stück The Interview im Londoner Park Theatre beleuchtet die Kontroversen um Martin Bashirs umstrittenes TV-Interview mit Diana, Princess of Wales

Yolanda Kettle und Tibu Fortes. Foto: Pamela Raith Photography The Interview

Park Theatre, London

Vier Sterne

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Jonathan Maitland hat in früheren Bühnenstücken bereits umstrittene Figuren wie Jimmy Savile, Boris Johnson und Margaret Thatcher in den Fokus gerückt – nun setzt er das Scheinwerferlicht auf das berüchtigte TV-Interview zwischen Diana, Princess of Wales, und Martin Bashir für BBC Panorama im Jahr 1995. In The Interview untersucht er den subtilen Tanz der Verhandlungen, der sich zwischen den beiden im Vorfeld der Ausstrahlung abspielte, und stellt die Frage, wie sehr Diana die Situation unter Kontrolle hatte – und wie sehr sie Opfer der zielstrebigen, listigen Manipulation des Journalisten war, inklusive der gefälschten Kontoauszüge.

Ciarán Owens, Naomi Frederick, Matthew Flynn. Foto: Pamela Raith

Doch Maitland erzählt mehr als nur eine spekulative Geschichte darüber, was hinter den Kulissen geschah. Aus der Perspektive der Gegenwart als Rückblick gerahmt, öffnet sich das Drama zu grösseren Fragen: Was ist Wahrheit – und wer legt die „vereinbarte Erzählung“ fest, wer darf unsere Geschichten erzählen? Es verweist auf das „dodgy dossier“ von 2002 über Massenvernichtungswaffen und – jüngst – darauf, dass etablierte Medien, anerkannte Expertinnen und Experten sowie empirisch belegte Fakten von vielen nicht mehr als vertrauenswürdig angesehen werden. Auch die Ethik des Journalismus, die Rolle der BBC und des Establishments sowie die Stellung der Königsfamilie werden angeschnitten. All das wird jedoch nicht bis in die Tiefe ausgeleuchtet; das Stück ist mehr daran interessiert, Fragen zu stellen als Antworten zu liefern.

Yoalnde Kettle, Tibu Fortes und Matthew Flynn. Foto: Pamela Raith

Die Inszenierung profitiert von hervorragenden Leistungen, angeführt von Yolanda Kettle, die Diana mit sanfter Stahligkeit und Charme, gepaart mit Verletzlichkeit, zum Leben erweckt – abgerundet durch einen messerscharfen Humor. Tibu Fortes überzeugt als Bashir, doch die Figur bleibt eher ein Rätsel: gezeichnet als intensiver, bisweilen verbitterter Journalist, der seine Geschichte um jeden Preis durchsetzen will. Matthew Flynn glänzt als einnehmender Paul Burrell, Dianas Butler und Vertrauter, während Naomi Fredericks Luciana auf sympathische Weise jene Freundinnen und Freunde repräsentiert, mit denen Diana sprach, nachdem sie beschlossen hatte, zurückzuschlagen – als Reaktion auf Charles’ Interview mit Jonathan Dimbleby.

Das Interview selbst kommt kaum vor, nur in kurzen, nachgestellten Momenten aus dem Schnittprozess. Tatsächlich macht das Stück deutlich, dass das BBC-Versprechen, weitere Ausstrahlungen zu untersagen und das Programm von ihren Plattformen zu entfernen, auf bequeme Weise auch bedeutet, dass die ehemalige Ehefrau von König Charles III zum Schweigen gebracht wurde. Unter der Regie von Michael Fentiman entsteht ein fesselndes, kluges Theatererlebnis, das den Fokus hält, auch wenn es in der zweiten Hälfte in abstrakteres Terrain übergeht – passend zu Emily Irishs schattigem Lichtdesign. Ohne einfache Schwarz-Weiss-Antworten zu liefern, dürfte The Interview bei allen, die die Produktion sehen, reichlich Diskussionsstoff bieten.

Im Park Theatre in London bis 25. November 2023. Rezension von Stephen James

Stephen James ist ein in London ansässiger Autor und Journalist, der seit über zehn Jahren über Theater in Grossbritannien und den USA berichtet.

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