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REZENSION: Die HIV-Monologe, Ace Hotel Shoreditch ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

pauldavies

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Die HIV-Monologe.

Miranda @ Ace Hotel, Shoreditch

6. Februar 2017

5 Sterne

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Manchmal braucht es im Theater nur eins: dass man eine gute Geschichte erzählt bekommt. Kein Schnickschnack, keine Spezialeffekte, keine Ablenkungen – einfach eine gute Geschichte, gut erzählt von einem engagierten Ensemble. Eine warme Umarmung also für Die HIV-Monologe, ein Stück, das sich einem nach wie vor heiklen Thema stellt und in der unwahrscheinlichsten aller Spielstätten einen ganz eigenen Zauber über das Publikum legt.

Patrick Cash’ ausgezeichnetes, präzise gebautes Stück ist längst nicht so schwer oder „bedeutungsschwer“, wie der Titel vermuten lässt. Es beginnt mit Schauspieler Alex bei einem Tinder-Date mit Nick – ein herrlich komischer Auftakt, in dem all die Macken, die Alex mit sich herumschleppt, schonungslos offengelegt werden. Als Nick verrät, dass er HIV-positiv ist, versucht Alex durch das Badezimmerfenster zu fliehen, obwohl beide spüren, dass das hier „der/die Eine“ sein könnte.  Am nächsten Tag spricht Alex bei Barney vor, der ein Stück über seine verlorene Liebe Eric auf die Bühne bringt, und Alex benutzt Nicks Status als seine eigene Tragödie, um die Rolle zu bekommen. Durch diese Begegnnung verbinden die Monologe die vier Figuren: ein Herzschlag vor dreißig Jahren, als Eric an AIDS stirbt, und ein anderer, der heute schlägt – und dabei die Komplexität des Lebens mit HIV und die weiterhin vorhandene Angst und Phobie darum herum sichtbar macht.

Das ist ein großartiges Ensemble – und es wirkt fast gemein, jemanden herauszugreifen.  Als Alex ist Denholm Spurr eine umwerfende, tollpatschige, egozentrische und doch charmante Figur, die fein herausarbeitet, wie mangelhaft Sexualaufklärung und Wissen über das Virus oft noch sind – und wie schwierig es sein kann, eine Beziehung zu beginnen. Krankenschwester Irene, vor dreißig Jahren, ist eine temperamentvolle Irin, entsetzt über das Stigma rund um die Krankheit; sie legt sich mit medizinischen und medialen Institutionen an, pflegt Eric und kümmert sich um Barney – kraftvoll gespielt von Charly Flyte. Als Nick ist Kane Surrey hervorragend darin, Angst und Stolz gleichermaßen zu vermitteln: ein Mann, der sich verloren hat und den Partner findet, der ihn vielleicht – vielleicht – aus seiner Traurigkeit herausführen kann. Eine besonders starke, authentische Note bekommt das Stück durch die Besetzung von Jonathan Blake, der Inspiration für Dominic Wests Figur im Film Pride, als Barney. Er hält das Publikum in der Hand, während er mehr als dreißig Jahre Überleben in einer warmen und bewegenden Geschichte umspannt.

Obwohl es Monologe sind, gehen die Figuren wunderbar ineinander über, und Cash urteilt nicht über sie – so kann ihre Menschlichkeit umso stärker durchscheinen. Seine Verknüpfungen aus Dr. Eros, pinken Orchideen und Mojitos zeichnen als Hintergrund eine schöne, subtile Leinwand; er ist definitiv ein Dramatiker, den man im Auge behalten sollte. Während am National Theatre das epochale Angels in America bereits am Horizont auftaucht, wirkt das hier wie der perfekte Auftakt: HIV-Figuren stehen im Zentrum – ein urkomisches und zugleich berührendes Stück, das es verdient, auf Festivals überall gespielt zu werden.

Bis 19. Februar 2017

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