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REZENSION: Das Spukhaus von Alice Bowles, Original Theatre Company Online ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

17. Dezember 2020

Von

markludmon

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Mark Ludmon rezensiert das neueste Angebot der Original Theatre Company, The Haunting Of Alice Bowles, das jetzt online im Stream verfügbar ist.

Tamzin Outhwaite in The Haunting Of Alice Bowles The Haunting of Alice Bowles 

Original Theatre Online

Vier Sterne

JETZT ONLINE ANSEHEN

Die globale Pandemie machte den Plänen der BBC einen Strich durch die Rechnung, ihre Tradition fortzusetzen, an Weihnachten einen neuen Kurzfilm nach einer klassischen Geistergeschichte von M. R. James zu präsentieren – doch die Original Theatre Company hat diese Lücke geschlossen. Aufbauend auf ihrer Erfahrung mit gestreamtem Theater hat sie eine neue Bearbeitung von James’ Erzählung The Experiment geschaffen und daraus mit einem achtköpfigen Ensemble das neue, schaurige Stück The Haunting of Alice Bowles gemacht.

Im Kern hält sich der Film an James’ erschreckenden Bericht: Alice Bowles und ihr Sohn versuchen, den Geist ihres verstorbenen Mannes Francis heraufzubeschwören, um den Aufenthaltsort seines versteckten Vermögens zu erfahren. In der ursprünglichen Kurzgeschichte von 1931 verwüstet eine namenlose „Krankheit“ die örtliche Gemeinschaft – daher ist es nur folgerichtig, dass die Adaption nun im Jahr 1918 auf dem Höhepunkt der sogenannten Spanischen Grippe spielt. Doch Autor Philip Franks, der den Film gemeinsam mit Alastair Whatley inszeniert hat, geht noch einen Schritt weiter und verwebt dies mit einer neuen Handlungsebene, die 2020 im Zeitalter von Covid-19 angesiedelt ist: Der Vlogger Matt und seine Freundin Cait untersuchen das Übernatürliche auf dem Friedhof, auf dem Francis Bowles begraben liegt. Mit selbstbewussten Anspielungen auf moderne Horrorklassiker wie The Blair Witch Project und Paranormal Activity nutzt die Produktion zeitgenössische Medientechnologie wirkungsvoll, um zusätzliche Schockmomente zu erzeugen.

Stephen Boxer in The Haunting Of Alice Bowles

Tatsächlich wertet die Videotechnik die gesamte Produktion auf. Für die Szenen von 1918 spielten die Darstellerinnen und Darsteller isoliert zu Hause vor Greenscreens; anschließend wurden malerisch-theatralische Hintergründe ergänzt, dazu stimmungsvolles Licht und wandernde Schatten. Das von Adrian Linford entworfene Design erzeugt eine fast traumartige Ästhetik, die das Unheimliche der Geschichte noch verstärkt – kongenial ergänzt durch Max Pappenheims Sounddesign und Musik. Tamzin Outhwaite ist als die gequälte Alice Bowles hervorragend, an der Seite von Jack Archer als ihr ebenso heimgesuchter Sohn. Stephen Boxer ist als verwirrter örtlicher Vikar – eine zentrale Figur bei M. R. James – eine Idealbesetzung. In der Gegenwart balanciert Max Bowden als zunehmend verzweifelter Vlogger fein zwischen Bedürftigkeit und Toxizität; Alexandra Guelff unterstützt überzeugend als seine verständlicherweise irritierte Freundin.

Tamsin Outhwaite und Jack Archer

Franks’ Adaption ist düster und in ihren Enthüllungen über Francis Bowles’ Verkommenheit stellenweise unerquicklich – und damit kein geistiger Gegenpart zu Boxers gütigem Vikar. Ausgehend von einer der kürzeren Geschichten von James wurde daraus packende, spannungsgeladene Unterhaltung von 45 Minuten, die – bei ausgeschaltetem Raumlicht und stummgeschalteten Handys – auch einige Schrecken bereithält. Ist es Film oder ist es Theater (oder spielt das überhaupt eine Rolle)? Auf dem Bildschirm funktioniert es ausgezeichnet, geschnitten vom erfahrenen Filmregisseur Tristan Shepherd; zugleich besitzt das Produktionsdesign durch seine Abkehr vom TV-Naturalismus eine ausgeprägt theatralische Qualität. Mit den Worten von M. R. James: Es existiert in einer Art „Zwischenzustand“ – mit ebenso verstörender Wirkung.

Verfügbar zum Anschauen bei Original Theatre Company Online vom 17. Dezember 2020 bis 28. Februar 2021

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