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REZENSION: Standing At The Sky's Edge, Gillian Lynne Theater ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

4. März 2024

Von

pauldavies

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Paul T Davies bespricht den West-End-Transfer von Standing At The Sky's Edge im Gillian Lynne Theatre.

Das Ensemble. Foto: Brinkhoff Moegenburg Standing At the Sky’s Edge (West End)

Gillian Lynne Theatre.

29. Februar 2024

5 Sterne

TICKETS BUCHEN

Aus dem National Theatre ins West End gewechselt, hat das großartige Musical von Richard Hawley und Chris Bush seine kraftvolle, beispielhafte Erzählweise vollständig bewahrt. Das Park Hill Estate, Sheffield. Eine Wohnung, drei Zeitebenen. 1960 ziehen Harry und Rose auf einer Welle des Optimismus in die „streets in the sky“ – voller Hoffnung und, wie Harry später sagt, dankbar, den Slums entkommen zu sein. 1989 ziehen die Geflüchtete Joy sowie ihr Onkel und ihre Tante ein, mit der Warnung, die Tür wegen der „bösen Männer“ stets abgeschlossen zu halten – das Estate ist zu den Slums geworden, die alle hinter sich lassen wollten. Doch es ist ein denkmalgeschütztes Gebäude (Grade II) und darf nicht abgerissen werden, also wird es gentrifiziert: 2015 zieht Poppy ein, mit Ocado-Lieferungen und Yorkshire-Tea-Beutel-Gin – auf der Flucht und doch unfähig, den Herzschmerz nach einer Trennung abzuschütteln. Als Chronik britischer Geschichte – von der Zerstörung der Industrie durch Thatcher und ihre Politik bis zu Verzweiflung und Überleben – ist die Show gleichermaßen herzzerreißend wie erhebend und ragt, Wortspiel verziehen, über andere West-End-Musicals hinaus.

Lauryn Redding (Nikki), Laura Pitt Pulford (Penny) und Ensemble. Foto: Brainkhoff Moegenburg

Beim erneuten Sehen fällt mir mehr denn je der Ruf nach Gemeinschaft auf: nach Zugehörigkeit und der Stärke des Miteinanders – Werte, die in unserer heutigen Gesellschaft unter Druck stehen. Das Verweben von Songs, Lyrics und Buch ist nahtlos, so schön und so robust wie Sheffield-Stahl. Das Ensemble ist perfekt: Der hervorragende Harry, Joel Harper-Jackson, und die herausragende Rachel Wooding als Rose wirken wie das schlagende Herz des Stücks – ihr Einzug und ihr Vermächtnis prägen die Generationen, die folgen. Ihr Sohn Jimmy kommt mit Joy zusammen, und ihre Tochter Connie (mit exzellenter Erzählarbeit von Mel Lowe) ist die Maklerin, die Poppy die Wohnung verkauft – oder das „Split-Level-Duplex“. Wenn Wooding After the Rains Have Gone singt, hält das Publikum den Atem an und trauert gemeinsam nicht nur um sie, sondern auch um den Verlust von Gemeinschaft und Hoffnung. Als Joy findet Elizabeth Ayodele viele Beispiele für ihre Namenspatronin in ihrer Liebe zu Jimmy, der von Samuel Jordan mit blendender Loyalität gespielt wird. Und es gibt die dringend benötigte komische Entlastung zwischen Poppy – der ausgezeichneten Laura Pitt-Pulford – und der großartigen Lauren Redding als Nikki, die mit ihrer Eröffnungsnummer Open Up Your Door die Show zum Stillstand bringt, wenn sie Poppy aufspürt, um um Verzeihung und einen Neuanfang zu bitten.

Das Ensemble. Foto: Brinkhoff Moegenburg

Die Inszenierung ist etwas stärker eingeschränkt als im riesigen Olivier Theatre, doch die Nähe des Geschehens macht uns selbst zum Teil der Gemeinschaft. Robert Hasties Regie ist flüssig und hervorragend, wobei mir auffiel, wie selten die Figuren allein auf der Bühne sind: Meist sind Chor-Mitglieder in Bewegung – dadurch wirken Momente der Einsamkeit umso stärker, auch wenn der Chor bisweilen ein wenig ablenken kann. Die Struktur steht auf starken Fundamenten: Der Akt-I-Schluss There’s A’Storm A’Comimg hämmert sich in die Sinne, während das Estate in Verzweiflung abrutscht, doch der rahmende Song As The Dawn Breaks stellt die Hoffnung wieder her, wenn das Graffiti „I Love You, Will You Marry Me“ über dem Estate flackert. Dass ein Publikum im Gleichklang aufkeucht, weint und wohlig seufzt, ist noch immer ein einzigartiges Gefühl – und obwohl die Architektur brutal ist, ist das Musical ein zarter Bluterguss: süß und melancholisch. Großartig.

WEITERE PRODUKTIONSFOTOS HIER

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