NACHRICHTEN-TICKER
REZENSION: Southern Baptist Sissies, Above The Stag ✭✭✭
Veröffentlicht am
11. März 2017
Von
julianeaves
Southern Baptist Sissies
Above The Stag,
Freitag, 10. März 2017
3 Sterne
Hier ist eine weitere fröhliche, kluge und sehr gut produzierte Show von dem schwul-orientierten Fringe-Theater, das wirklich weiß, wie man sein Kernpublikum erfreut und auch freundliche Besucher anspricht. Wir finden uns in den abgelegenen Gegenden von Dallas, Texas, wieder, wo ein Quartett von jungen Männern (vom blassen Hugh O'Donnell über den asiatischen James Phoon, dem Sportler Daniel Klemmens, bis hin zu dem politischen Feuerbrand Jason Kirk, der die Welt mit seinem Geist verändern will... und ratet mal, wer das sein soll?) agiert. Um sie herum bewegen sich eine unterstützende Besetzung aus Predigern wie Stephen Parker, Müttern wie Janet Prince, Barfliegen wie Don Cotter, schwulenfreundliche Frauen wie Julie Ross und ein allgegenwärtiger Keyboardspieler Simon David, der einige der fähigsten 'Untermalungen' der Stadt gerade jetzt beisteuert. Del Shores, der Autor, fasst alles mit Energie und etwas Fantasie sowie viel leidenschaftlichem Engagement zusammen.
Die Geschichte, soweit es eine gibt, betrifft die in der Liebe und dem Blut des Lammes gewaschenen Wachstumsschmerzen dieses Quartetts von normalen Joes mit außergewöhnlichen Neigungen. Jeder von ihnen holt der Reihe nach aus seiner Verkleidungskiste einen Streich oder ein Abenteuer aus seiner Zeit des Heranwachsens als Schwuler hervor, und wir - das erwartungsvolle, aufmerksame Publikum - werden von allem verwöhnt, von einem leicht pikanten Striptease bis zu einer recht wunderbaren Tina Turner-Imitation. Unterdessen kommentieren die Stimmen der Erfahrung, die auf Barhockern in der Ecke sitzen, wie eine Mischung aus einem griechischen Chor und den zwei alten Männern von der Theaterloge aus der Muppet Show. Es gibt viel sanften Humor, sanftes Pathos, sanfte Sozialkritik und eine sanft erheiternde 'Botschaft', mit der man am Ende nach Hause geht.
Auf dem Weg dorthin nimmt uns die Show stilistisch viel weiter mit. Wir bekommen alles von einer 'Book of Mormon'-Parodie über ein schwermütiges Tennessee Williams Southern Gothic Melodrama bis hin zu einem flotten Universitätssketch, bis hin zu belehrenden Vorträgen über Religion von der 'pro'- und 'contra'-Seite. (Das ist wahrscheinlich eine Show, bei der man wirklich einen Anstecker tragen will, der sagt: 'Ich unterstütze die Contras'). Die anti-religiöse Gruppe ist jünger, fitter, besser aussehend und trägt definitiv enger sitzende Kleidung. Tatsächlich ist das Stück - wenn es denn wirklich eines ist - viel mehr wie ein Spaziergang durch ein Einkaufszentrum, wo jede aufeinanderfolgende Szene eher wie ein anderes Schaufenster ist, das Ihnen, während Sie vorbeischlendern, für ein paar Minuten seine besonderen und einzigartigen Waren zum Verkauf anbietet. Wenn das Ganze für Sie viel Sinn ergibt, umso besser. Wenn nicht, dann haben Sie einfach ein faszinierendes Schauspiel von Szenen aus einer Dallas Baptistischen Jugend genossen.
Die physische Umsetzung all dessen erfolgt mit Bravour, Gene David Kirk inszeniert mit Intelligenz und Ökonomie und bewegt sich mühelos durch die Geschichte. Das Bühnendesign von David Shields ist elegant und äußerst gut gearbeitet, es bietet das Gefühl von Theater höchster Qualität. Chris Withers beleuchtet mit Präzision und Flair, er lässt verschiedene Räume erscheinen und in andere übergehen mit vollkommener Meisterschaft. Es gibt gelegentliche Bewegungen vom vielseitigen Anthony Whiteman; seine Inszenierung der Spezialnummern ist perfekt.
Dies mag nicht das originellste oder am feinsten ausgearbeitete Drama sein, aber sein Herz ist unerschütterlich am rechten Fleck, und sein Aufruf nach einer humaneren und liberaleren Gesellschaft, besonders in den USA, wird nicht so schnell veraltet sein. Es ist eine weitere feine Feder im Hut dieses einfallsreichen Veranstaltungsortes und ein ermutigendes Zeichen dafür, dass es, während es sich auf eine neue Ära der Expansion und Konsolidierung freut, sein Publikum auf eine denkwürdige und gut ausgestattete Reise durch ernsthaftes sowie unterhaltsames Material mitnimmt. In der Bar danach verteilten Theatersupporter wie Su Pollard und Lord Cashman unter den Anwesenden die Leckereien. Wer könnte mehr verlangen?
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