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REZENSION: Rebecca, Charing Cross Theatre ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

23. September 2023

Von

Libby Purves

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Unsere hauseigene TheatreCat Libby Purves rezensiert Rebecca – Das Musical im Charing Cross Theatre.

Kara Lane als Mrs Danvers. Foto: Mark Senior Rebecca – Das Musical

Charing Cross Theatre

4 Sterne

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LETZTE NACHT TRÄUMTE ICH, ICH WÄRE WIEDER IN MANDERLEY GEWESEN...

Daphne du Mauriers Geschichte ist fast so etwas wie ein Nationalmythos: das stattliche Haus hoch oben auf den Klippen, die furchteinflößende Haushälterin  und Maxim de Winters Abneigung gegen selbstbewusste, sexy Frauen – und seine Vorliebe dafür, lieber unglücklich zu sein, als das Risiko einzugehen, dass die Leute über seine Scheidung reden.  Ganz zu schweigen von der sprichwörtlichen „stiff upper lip“: Als Nigel Havers den Helden spielen sollte,  fragte ich ihn, wie um alles in der Welt ein moderner Kerl die knapp hingeworfene Zeile „Ich bitte dich, mich zu heiraten, du kleines Dummerchen“ hinbekommen solle.  Er gab zu, dass sie beschlossen hätten, er solle es aus dem Off im Hotelbad hinausschreien – um das Kichern zu vermeiden.

Dem unsterblichen Roman so eng zu folgen, braucht Mut – und die Fähigkeit, den eigenen Humor ein Stück weit zu zügeln. Michael Kunze und Sylvester Levay, beide nicht britisch,  treffen diese Ernsthaftigkeit ausgesprochen gut: Sie sind namhafte Komponisten aus dem deutschsprachigen Raum, und diese Show lief ab 2006 ganze drei Spielzeiten in Wien – und hat vermutlich, Gott steh uns bei, das österreichische Verständnis für die Brexit-Mentalität sogar noch vergrößert.  Christopher Hampton schrieb die englischen Songtexte, teils etwas holprig, teils sehr inspiriert – am besten gelingt Mrs Danvers’ wahnsinniges Liebeslied an die tote Rebecca: „Invincible, unsinkable!“.  Komik steckt in Mrs van Hopper,  in den gesellschaftlichen Sticheleien der Verwandtschaft Giles und Beatrice („The Old Country Ways“), und gegen Ende gibt es einen unerwarteten Music-Hall-Ausflug von Alex James-Ward als Favell – als frecher Kerl im karierten Anzug.  Und das mitten in der Krise um Rebeccas Leiche,  was Daphne womöglich schockiert hätte.  Andererseits sagte sie in einem Interview, Rebecca sei „eine Phase“ gewesen.

Richard Carson und Lauren Jones. Foto: Mark Senior

Ansonsten wird dem Roman in jeder Hinsicht geschickt gefolgt: alle berühmtesten Sätze und Ereignisse werden elegant herausgearbeitet,  bis hin zu Colonel Julian, dem Magistrat, und dem armen, verrückten Ben. Lauren Jones ist klein und angenehm unscheinbar als die zweite Mrs de Winter,  mit einer hübschen Stimme – besonders in den ruhigeren, besseren Nummern. Kunze und Levay geben ihr allerdings ein paar zu viele kraftvolle Crescendi,  sodass mein Begleiter murmelte: „der Fluch von FROZEN!“.  Kara Lane ist als Mrs Danvers eine Säule schwarzer Grimmigkeit  mit einigen herrlich überzogenen Nummern (sie bekam ganz klar den größten Beifall beim Schlussapplaus). Die Musik bleibt meist nicht lange im Ohr, ist aber üppig romantisch – mit einem 18-köpfigen Orchester, großem Sturmgetöse und dramatischen, filmischen Akkorden.

Doch oh, die Freude am Ensemble!  Nennt mich Pollyanna, aber ich bin anfällig für Shows, in denen die Besetzung sichtbar die Zeit ihres Lebens hat.  Diese Stimmung steckt an – und einer der Reize dieses Hauses, des ehemaligen Players Theatre, ist, dass kaum eine Produktion der Versuchung widerstehen kann, Darstellerinnen und Darsteller die Gänge hinauf- und hinunterflitzen zu lassen, zwischen Parkett und Rängen.  Zunächst taucht die Truppe als Personal von Manderley auf, mit einer ausgelassenen Nummer, in der sie die neue Mrs de M ebenso verabscheuen, wie sie im Roman fürchtet, dass sie es tun.  Dann sind sie als Fischerleute und Seenotretter im Sturm des Schiffsunglücks zu erleben – und später wieder als aufgeregte Nachbarn bei der Untersuchung.  Ihre Chöre heben die Stimmung jedes Mal auf magische Weise, wenn wir uns gerade ein wenig an dem düsteren Paar sattgehört haben.  Und nebenbei: sehr gute Parkett-Preise für ein West-End-Haus. Ein ordentlicher Platz für £ 25 – was gibt’s da nicht zu mögen?  Mir hat’s gefallen.

Rebecca läuft im Charing Cross Theatre bis zum 18. November 2023

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