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KRITIK: Private Lives, Nigel Havers Theatre Company auf Tour ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

Libby Purves

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Unsere hauseigene TheatreCat Libby Purves rezensiert Nigel Havers und Patricia Hodge in Noël Cowards Private Lives, das jetzt auf Tournee ist.

Private Lives

Nigel Havers Theatre Company auf Tournee.

Tourneedaten

Ich sag’s gleich:  Letzte Woche hatte ich das ultimative Rentner-Erlebnis – und es hat richtig Spass gemacht.  Eine Matinee unter der Woche zum Seniorentarif im ehrwürdigen Richmond, für die neue Tourneeproduktion von Private Lives (keine Ahnung, wann die Pressenacht für Christopher Luscombes lange verschobene Inszenierung sein soll;  sie war ohnehin schon in Bath. Ich habe mir aus Neugier einfach Karten gekauft).

Neugierig war ich, weil Nigel Havers und Patricia Hodge inzwischen mehr als doppelt so alt sind wie Coward Elyot und Amanda gedacht hat: 70 und 75.  Das ist selbst heutzutage eine Ansage – für eine wieder aufflammende Romanze mit einer alten Flamme, bei der man in einem Hotel in Deauville in den Flitterwochen gleich zwei neue Ehepartner stehen lässt und danach in einem Pariser Versteck Dinge über den Kopf des anderen zertrümmert.

Aber meine Güte, es funktioniert. Rentner sind nicht mehr das, was sie einmal waren – das wusste das Matinee-Publikum ganz genau,  und bei jedem Gezänk und jedem Versöhnen wurde herzhaft gekichert. Liebe ist Liebe in jedem Alter, aber wir hatten eine ganz besondere Freude an dem herrlich wiedererkennbaren Moment, wenn Amanda Elyots Annäherungsversuche auf dem Sofa mit der Begründung abwehrt, sie hätten schwer gegessen,  und er zwar beleidigt aufsteht, dann aber von einem plötzlichen Wadenkrampf erwischt wird. Der einzige Makel: Die „fünf Jahre“ Trennung im Text müssten – mit Erlaubnis des Coward-Nachlasses – auf fünfundzwanzig umgeschrieben werden. Nur der Realität zuliebe. Ansonsten passt das Stück den streitlustigen, genervt-zärtlichen Gefühlen des mittleren Alters ganz hervorragend.

Natürlich sind beide messerscharf und brillant komisch. Havers bekommt schon bei seinem ersten Auftritt auf dem Balkon einen tosenden Applaus – vermutlich, weil er weit über die Bühne hinaus geliebt wird für seinen grandiosen Auftritt als der zweifelhafte Liebhaber der achtzigjährigen Audrey in Coronation Street.   Aber den Charmeur-und-Schurken gibt er immer hervorragend, und hier ist er grossartig:  vom ersten panischen Zucken seines schicken Blazers, als er Amanda auf dem Nachbarbalkon entdeckt,  bis zu einer unvergleichlichen Demonstration, wie man im Finale ein Brioche mit maximaler Unverfrorenheit isst.  Und Hodge steht ihm in nichts nach. Sie sieht tatsächlich ungefähr so aus, wie sie ist (na ja: wie die denkbar schickste Version davon)  und ist in ihren gestreiften Pyjamas mit ihrer leichtsinnigen Unbekümmertheit sexyer als so manche jüngere Frau. Und zusammen schaffen sie den Streit, das Zerschlagen einer Schallplatte über seinem Kopf,  das Herumlümmeln und das Versöhnen. Alles grossartig, geschmeidig wie gut erhaltene Panther. Eine Freude – mit entzückten „Oohs“ und „Aahs“, Kichern und bellendem Gelächter bis zum Schluss. Beides echte Matinee-Idole. Respekt.

Ein Gedanke kam mir in der ersten Szene wehmütig. Simon Higletts Bühnenbild ist fabelhaft – besonders die Pariser Wohnung, sehr Kunst-der-Zwanziger – doch in der ersten Szene gibt es zwei weitere Hotelbalkone, zweckmässig wirkend,  über denen der Hauptfiguren. Ich hätte mir irgendwie gewünscht, dass dort oben noch ein anderes Paar auftaucht – vielleicht ihre viel jüngeren Ichs – geisterhaft,  vielleicht sogar mit ein, zwei erstaunten Meta-Sätzen darüber, wie seltsam und wunderbar es ist, dass wir alle alt werden und uns doch nie wirklich verändern…

 

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