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KRITIK: Eröffnungsnacht, Gielgud Theatre ✭

Veröffentlicht am

Von

pauldavies

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Paul T Davies rezensiert Sheridan Smith im neuen Musical Opening Night, jetzt im Gielgud Theatre zu sehen.

Foto: Jan Versweyveld Opening Night Gielgud Theatre

23. März 2024

1 Stern

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Sheridan Smith. Ivo Van Hove. Rufus Wainwright. Bei einem Kreativteam wie diesem lautet die grosse Frage: Wie kann das nur so schiefgehen? Opening Night ist laut PR eines der begehrtesten Tickets dieser Saison. Ein heisses Ticket, das zur Pause allerdings ziemlich lauwarm wird. Daran liegt es nicht am talentierten Ensemble, das sich gegen ein schwerfälliges Buch und mittelmässige Musik abarbeitet – im Gegenteil: Es gibt Momente, in denen man sie aufblitzen sieht, und man spürt frustrierend deutlich, wie gut das hätte werden können. Doch die Inszenierung ist Van Hoves Vision unterworfen. Basierend auf dem gleichnamigen Film von John Cassavetes zeigt das Spiel-im-Spiel die Schauspielerin Myrtle, die kurz davorsteht, ein neues Stück namens The Second Woman am Broadway herauszubringen. In den Tagen vor der Premiere wird eine 17-jährige Verehrerin vor ihren Augen angefahren und getötet – ein Auslöser für Geister und Erinnerungen. Ein Dokumentarfilmteam hält die Ereignisse fest, was Van Hoves Übervorliebe für Film, Videoprojektionen und dafür, das Geschehen fast durchgehend auf eine grosse Leinwand zu übertragen, weiter befeuert. Das schafft Distanz, lenkt ab, und wenn die ersten fünf oder so Minuten der Produktion hinter einem durchscheinenden roten Vorhang stattfinden, fühlt es sich an, als würde dieser Vorhang nie wirklich aufgezogen. Für mich ist er am stärksten, wenn die Bühne karg ist, ein Stuhl als Requisite genügt – und Text und Spiel ganz im Zentrum stehen.  Opening Night ist eine dieser Produktionen, die im Probenraum Sinn ergeben: Die Compagnie ist voll dabei, doch beim Publikum kommt es nicht überzeugend an.

Foto: Jan Versweyveld

Sheridan Smith wirft sich mit ganzem Einsatz und ihrem beträchtlichen Talent in die Rolle – Respekt dafür, dass sie eine Figur übernimmt, die ihren eigenen sehr öffentlich ausgetragenen Zusammenbruch spiegelt. Mit der Kamera die meiste Zeit direkt vor ihrem Gesicht ist der Schmerz in ihren Zügen eingeschrieben, und sie singt wunderschön. Doch sie bekommt nie die Freiheit, auszubrechen, die Rolle zu entfesseln und wirklich zu strahlen. Besonders in der Premieren-Nacht wird Myrtle betrunken auf die Bühne gezerrt, und der Druck zu funktionieren ist deutlich. Der Song Ready For Battle wirkt wie ein echtes Torch Song, wird aber hinter dem roten Vorhang gespielt und auf die Leinwand projiziert – wir werden nie wirklich in das Drama hineingelassen. Ähnlich geht es Nicola Hughes, die die Dramatikerin Sarah spielt und eine grossartige Stimme hat. Doch ihr wichtigstes Lied findet mit ihr im Seitenraum statt, während die Kamera sie auf die Leinwand überträgt. Sie sollte zum Publikum spielen. Tatsächlich ist die beste Nummer, Makes Me Wonder, die von Smith und Hughes Seite an Seite gesungen wird – und mit ausgeschaltetem Bildschirm. Da ist es plötzlich: ein Musical! Alle Männerrollen bleiben eindimensional, und es gibt zu wenig Hintergrund, um das Handeln irgendjemandes zu rechtfertigen. Nancys Tod wird auf amüsante Weise durch einen roten Farbschnitt auf einer Glasscheibe markiert, und Shira Haas macht das Beste aus einer weiteren untergeschriebenen Rolle – doch ihre Songs sind übersteuert, sodass die Texte unverständlich werden.

Rufus Wainwrights Musik ist sowohl unerquicklich derivativ als auch größtenteils vergessenswert, leistet aber trotzdem mehr fürs Erzählen als das Buch. Ich fürchte, Sarahs Stück hätte Mühe, überhaupt GCSE-Niveau zu erreichen – geschweige denn am Broadway zu eröffnen.) Die Eröffnungsnummer Magic („You can make magic out of the tragic“) wird seltsamerweise ganz oben im Stück noch einmal aufgegriffen: Nach Zusammenbrüchen und Emotionen gibt’s ein Jazz-Hands-Finale. Das ist nur einer der vielen Widersprüche in diesem völlig missratenen Durcheinander.  In einem Interview bei Radio Four sagte Van Hove, der Film sei seine Inspiration gewesen – er habe ihn aber gar nicht gesehen. Darf ich vorschlagen: Das wäre ein guter Anfang gewesen.

 

 

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