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KRITIK: Kein Problem, Lakeside Theatre, Universität von Essex ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

pauldavies

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Paul T Davies bespricht Vicky Morans wortgetreues Stück No Sweat im Lakeside Theatre an der University of Essex.

No Sweat.

Lakeside Theatre, University of Essex.

4. März 2020

4 Sterne

Die Schwulensauna war schon immer ein Ort, an dem schwule, bisexuelle und neugierige Männer zusammenkommen können – in einem Raum, der eigentlich sicher sein sollte –, um Nähe, Sex und Gemeinschaft zu erleben. Weniger bekannt ist – und das war mir ehrlich gesagt auch nicht bewusst –, dass sie auch Obdach für wohnungslose LGBTQ-Männer bieten kann, und sei es nur vorübergehend. Vicky Morans hervorragendes Stück, entstanden aus wortgetreu wiedergegebenen und geteilten Erfahrungen, wirft ein Licht auf diese Welt und ist ein Weckruf angesichts einer wachsenden Krise.

Drei Männer begegnen sich bei ihren regelmäßigen Besuchen im Flex, einer Schwulensauna, und Alex Berrys präzises, zugleich fließendes Bühnenbild versetzt einen unmittelbar in diese handtuchgesättigte Welt. Tristan, stark gespielt von Denholm Spurr, ist eloquent, Akademiker – wurde jedoch von seinen Eltern rausgeworfen und hat buchstäblich keinen anderen Ort, an den er gehen kann. Er trifft auf Alf (James Haymer), aus den walisischen Tälern durch Intoleranz vertrieben: Escort, Drogenkonsument, verbittert. Das ist eine knifflige Rolle, denn Alf ist nicht leicht sympathisch zu finden, doch Haymer verleiht ihm genug Vielschichtigkeit, dass man die Umstände, die ihn hierhergeführt haben, vollständig nachvollzieht. Am eindringlichsten ist jedoch Charlies Geschichte: ein Asylsuchender aus Pakistan, der in der Sauna schwarz arbeitet, um über die Runden zu kommen – und dem die Hinrichtung droht, sollte er in sein Herkunftsland zurückkehren müssen. Manish Gandhi liefert eine wunderbar nuancierte Darstellung und vermittelt einen herzzerreißenden Geist der Standhaftigkeit angesichts grausamster Umstände.

Morans Text arbeitet mit Voice-over, um weitere Erfahrungen einzubinden, und besonders glänzt das Stück, wenn die Figuren direkt das Publikum ansprechen und Interview-Szenen nachstellen – etwa mit Mitarbeitenden des Home Office oder mit Beratungs- und Unterstützungskräften. Das Trio funktioniert hervorragend zusammen und webt ein Panorama der Wohnungslosigkeit; das ist schwere Kost – wieder ein Stück, das die Frage aufwirft, wen unser bröckelndes Fürsorgesystem überhaupt noch erreicht, auch wenn zwischen den Männern allmählich eine Verbindung entsteht. Vor allem zeigt es, dass die schlimmste Form des Exils das Exil aus der eigenen Familie ist – ausgerechnet von denen, die das Netz aus Unterstützung und Fürsorge bieten sollten, das jeder Mensch braucht.

Weitere Produktionen finden Sie im hervorragenden Lakeside Theatre

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