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KRITIK: Mushy - Lyrisch Gesprochen, Leeds Playhouse ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

Jonathanhall

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Jonathan Hall bespricht Rifco Theatre Companys Produktion von Mushy – Lyrically Speaking im Leeds Playhouse.

Varun Raj in Mushy – Lyrically Speaking. Foto: The Other Richard Mushy – Lyrically Speaking

Leeds Playhouse

4 Sterne

Website der Rifco Theatre Company

Am Ende der Vorstellung jubelte und klatschte das Publikum im Leeds Playhouse ausgelassen – voller Begeisterung für diese witzige, lebensbejahende Rap-Musical-Geschichte über die ganz persönliche Reise eines Teenagers. „Wohlfühl-“ ist ein oft überstrapaziertes Adjektiv, aber bei dieser Produktion von Rifco trifft es den Nagel auf den Kopf.

Ich habe „Educating Yorkshire“ nicht gesehen und kannte daher die Geschichte von Musharaf Asghar und seinen Kampf, sein lähmendes Stottern zu überwinden, nicht – meine Einschätzung stützte sich also ganz auf das, was ich auf der Bühne erlebt habe. Die Show war – wie das echte Leben, das sie erzählt – zugleich einfach und komplex. Einfach in ihrer Darstellung von Mushys Ringen und seiner Angst, das Stottern zu überwinden; komplex in den vielen Bausteinen dieser Geschichte: ein abwesender Vater, eine strenge, aber liebevolle Mutter, der Druck und Spott aus seinem Umfeld sowie die Dilemmata, die daraus entstehen. Soll er den Erwartungen folgen und zum Arzt ausgebildet werden? Oder im Reality-TV auftreten? Die lebensverändernde Rap-Technik, die ihm half, seine Sprechblockade zu überwinden: war sie ein Segen – oder ein Fluch, weil sie ihn unter neuen Druck setzte? „Vom Tellerwäscher zum Millionär“ ist sonst meist klar umrissen – was danach passiert, wenn der „Reichtum“ erreicht ist, ist viel komplizierter und weniger eindeutig: „Mushy“ versucht beides. Dazu kommen noch die Geschichten seines unterstützenden, überarbeiteten Lehrers und seiner stolzen, kämpferischen Mutter. Die Stärke von Formaten wie „Educating Yorkshire“ liegt in ihrer episodischen Struktur, die viele Geschichten an einem Ort erzählt; auch bei Mushy wirkte der Fokus oft ähnlich aufgeteilt, verschiedene Erzählstränge rangelten miteinander um Aufmerksamkeit. Und wenn dadurch mitunter Plotpunkte plötzlich wirkten oder dramatische Höhepunkte etwas verschwammen, tat das dem Vergnügen offenbar keinen Abbruch – ganz sicher nicht meinem.

Varun Raj und Medhavi Patel in Mushy – Lyrically Speaking. Foto: The Other Richard

Getragen wurde die Show von der enormen Ausstrahlung des dreiköpfigen Ensembles. Varun Raj spielte Mushy mit sympathischer Intensität und tappte nie in die Falle, den jungen Mann als jemanden darzustellen, der sich der erstaunlichen Reise, die sich vor ihm entfaltet, allzu bewusst ist. Als Mr Burton, sein hingebungsvoller Lehrer, umging Oliver Longstaff komplett das Klischee des überarbeiteten, unterschätzten Pädagogen und verlieh der Figur eine inspirierende Frische – und als hüftschwingender Bollywood-Tänzer stahl er wirklich die Show. Für mich stach Medhavi Patel als Mushys hingebungsvolle, dominierende Ammi heraus – mit plastiküberzogenen Möbeln und einem komplett zubetonierten Garten hinterm Haus, um Zeit und Mühe zu sparen, trotz ihrer tiefen Liebe zu Blumen.

Varun Raj und Oliver Longstaff in Mushy – Lyrically Speaking. Foto: The Other Richard

Inszeniert wurde das Stück in knackigem Tempo von Ameet Chana; unterstützt von einem wandlungsfähigen Bühnenbild von Eleanor Bull: grellbunte Boxentürme, die sich fantasievoll verwandelten und eine Reihe von Spielorten von Zuhause über die Schule bis darüber hinaus entstehen liessen.

„Mushy“ ist die Art von Stück, die – wie ich mir vorstellen kann – ein nicht ganz typisches Theaterpublikum ins frisch renovierte Leeds Playhouse lockt; Rifco setzt sich dafür ein, bislang ungehörten britisch-asiatischen Talenten eine Bühne zu geben – zusammen sind diese Dynamiken ein willkommenes Zeichen für das, was in diesem spannenden Haus noch kommen dürfte.

Besuchen Sie die Website des Leeds Playhouse

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