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BEWERTUNG: Macbeth, Derby Theatre ✭✭✭
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Von
garystringer
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Gary Stringer bespricht Douglas Rintouls tourende Produktion von Macbeth mit Paul Tinto und Phoebe Sparrow, jetzt im Derby Theatre
Macbeth
Derby Theatre
Drei Sterne
In Derby Theatre kommt etwas Böses auf die Bühne: Macbeth ist in den East Midlands zu Gast – als Koproduktion mit dem Queen’s Theatre Hornchurch in London. Regisseur Douglas Rintoul verspricht ein „Stück im historischen Gewand“ mit modernen Elementen, und tatsächlich ist dies eine bemerkenswert geradlinige Lesart von Shakespeares Geschichte über politische Unruhen, mörderischen Ehrgeiz und den aus Schuld geborenen Wahnsinn.
Ruari Muchison inszeniert das Stück in einer kargen, klaren Bühne. Eine blutrote Linie spaltet den Raum – ein Sinnbild dafür, wie sich das Land im Verlauf des Dramas immer tiefer entzweit. Sie könnte ebenso die Grenze markieren, die Macbeth überschreitet, um seinen Ehrgeiz zu verwirklichen, und den blutroten Strom andeuten, der die Hauptfiguren auf ihren Wegen vorantreibt. Das Lichtdesign von Daniella Beattie erzeugt eine passend düstere Atmosphäre und wirft Schatten, in denen Verräter lauern, Geister spuken und Hexen planen und prophezeien. Effektvolle Silhouettenbilder lassen zudem größere Schlachten, Zukunftsvisionen und extreme Gewalt erahnen.
Paul Tinto liefert als zunehmend gequälter Macbeth eine kraftvolle, körperbetonte Leistung. Sein Weg vom gefeierten Kriegshelden zum verunsicherten Herrscher ist gewandt gestaltet; das Gewicht seiner Zweifel und Reue wird zu einem untragbaren Kartenhaus, während er zu begreifen beginnt, dass er in ein Spiel geraten ist, das er niemals gewinnen kann. Als Lady Macbeth ist Phoebe Sparrow genüsslich verschlagen – intrigant und anstachelnd, während sie das Feuer des Ehrgeizes ihres Mannes weiter anfacht. Imelda Marcos, Grace Mugabe und Elena Ceaușescu hätten gut daran getan, die Konsequenzen dieses ursprünglichen „Power-Paares“ im Blick zu behalten. Adam Karim gibt den verratenen Banquo als schauriges Rachegespenst, und Rikki Chamberlain sorgt als Pförtner für dringend benötigte Leichtigkeit – mit viel Komik, versierter Körperarbeit und einem augenzwinkernden Doppeldeutigkeitswitz.
Mit der nötigen Portion Intrige, Schrecken und Verrat ist dies eine solide und ansehnlich ausgestattete Inszenierung, wenn auch insgesamt etwas wenig wagemutig. Wer auf eine radikale Neuerfindung hofft, sollte anderswo suchen; diese robuste Arbeit ist Shakespeare 101 und taugt als verlässliche Einführung in das Stück. Tatsächlich bestand das Publikum bei meinem Besuch zu einem großen Teil aus Schülerinnen und Schülern, und die Aufführung hielt auch diejenigen bei der Stange, die eher an den Abenteuern der Häuser Stark und Lannister hängen – ein weiterer Beleg für die zeitlose Wirkung von Machtkämpfen und „Power Couples“.
Zu sehen im Derby Theatre bis 14. März 2020, anschließend im New Wolsey Theatre in Ipswich vom 17. bis 21. März sowie im Perth Theatre vom 31. März bis 4. April.
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