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REZENSION: Ich liebe die Knochen von dir, Christopher Ecclestone Simon und Schuster ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

23. März 2020

Von

pauldavies

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Paul T Davies rezensiert Christopher Ecclestons Memoiren I Love The Bones Of You, erschienen bei Simon and Schuster.

I Love The Bones of You.

Christopher Eccleston

Simon and Schuster.

5 Sterne

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Christopher Eccleston, einer der besten Schauspieler des Landes, konzentriert sich in seinen Memoiren auf die Beziehung zu seinem Vater – der Untertitel lautet treffend: „My Father and the Making of Me“. In Salford geboren und aufgewachsen, hat diese Beziehung sein Leben geprägt und beeinflusst – nicht nur seine Karriereentscheidungen, sondern ebenso seine politischen und persönlichen Haltungen. Wie man es von Eccleston erwartet, ist es ein unverblümter Bericht: erschütternd ehrlich – und sowohl innerhalb als auch ausserhalb seiner Laufbahn hat mich seine Offenheit in den Gesprächen überrascht und schockiert. Es erinnerte mich daran, wie mutig er bei der Wahl seiner Rollen und Projekte ist; und seine Wurzeln in der Arbeiterklasse geben ihm durchgehend eine Distanz zu unserem Klassensystem, um darzulegen, wie dieses System Schauspielerinnen und Schauspieler aus der Arbeiterklasse benachteiligt.

Mich fasziniert vor allem die Arbeit: von Let Him Have It, Shallow Grave und Our Friends In The North, über die Neuerfindung von Doctor Who (sein Doctor zählt nach wie vor zu meinen absoluten Favoriten), bis zu The A Word – ergänzt durch frühe Theaterarbeiten und seine Spielzeit bei der RSC als Macbeth im Jahr 2018. Ich wusste nicht, dass er an Magersucht litt und sich selbst und seinen Körper bestrafte, sogar dann, wenn ihm der Erfolg scheinbar mühelos zufiel.  Mitunter ist er eindeutig zu hart zu sich selbst, doch gegenüber Autorinnen, Autoren und Schauspielkolleginnen und -kollegen, die ihn positiv beeinflusst haben, ist er stets grosszügig. Gleichzeitig ist er sein eigener schärfster Kritiker: Er nennt den RSC-Macbeth eine fehlerhafte Produktion und Leistung; er sagt, er habe es fast so sehr geliebt, den Doctor zu spielen, wie er die Politik der Serie verabscheut habe; und er hat klare Ansichten über bestimmte Regisseure. Doch es liest sich nie als bösartiger Showbiz-Klatsch – seine Kritik ist abgewogen und leidenschaftlich, und sein Lob ebenso, auch wenn ich finde, dass er ein wenig hart mit sich ins Gericht geht! Er macht Theater und Drama mit den Marginalisierten: Er setzt sich für die Familien der Hillsborough-Katastrophe ein und für autistische Kinder und ihre Familien in The A Word.

Zusammengehalten wird das Buch von der Beziehung zu seinem Vater – und von einem Bericht, der bei viel zu vielen Leserinnen und Lesern einen Nerv treffen wird: dem furchtbaren Griff der Demenz. Ich habe meine Mutter an diese Krankheit verloren, und die Wahrheit ist: Man trauert jahrelang um sie, bevor sie sterben. Bewegend erzählt, leuchtet die Liebe, die er empfindet, durch jede Seite; und am Ende des Buches teilt er mit uns die Trauerrede, die er bei der Beerdigung seines Vaters gehalten hat. Bei Mr. Eccleston gibt es keinen Bullshit, und diese Memoiren sind mir noch lange nach der Lektüre im Kopf geblieben: unterhaltsam, ehrlich und vollkommen fesselnd – ein Buch von einem Schauspieler unserer Zeit, aus einer Arbeiterfamilie, die zunehmend von Chancen ausgeschlossen wird.

Tipp: Falls Sie Pete Postlethwaites Biografie A Spectacle of Dust noch nicht gelesen haben, empfehle ich sie wärmstens als Ergänzung zu Eccleston. Ein weiterer grossartiger Schauspieler aus der Arbeiterklasse, der erst später im Leben Erfolg hatte – und doch jedes Mal mit Brillanz glänzte, sobald er auf Leinwand, Bühne oder Bildschirm zu sehen war.

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