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KRITIK: La Traviata, King's Head Theatre ✭✭

Veröffentlicht am

3. Oktober 2018

Von

matthewlunn

Matthew Lunn rezensiert Verdis La Traviata, die jetzt im King's Head Theatre gespielt wird.

Emma Walsh (Violetta), Alex Haigh (Elijah), Victor Sgarbi (Sinclair), Gráinne Gillis (Flora) in La Traviata. Foto: Bill Knight La Traviata

King's Head Theatre

2. Oktober 2018

2 Sterne

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Bestimmte Kunstformen sind untrennbar miteinander verbunden, und von den darstellenden Künsten ist die Oper das Paradebeispiel. Ihre Musik ist zugleich leidenschaftlich und erhaben, der Ausdruck ineffabler Schönheit, der die Bewohner von Shawshank tröstete und Millionen während Italia '90 begleitete. Sie hat eine innewohnende Majestät, spricht jedoch zu unserem gemeinsamen Verständnis der menschlichen Natur.

Das King’s Head Theatre's La Traviata ist Teil eines Programms zeitgenössischer Adaptionen klassischer Opern, ein wunderbares Unterfangen, das das Genre einem neuen, vielleicht etwas skeptischen Publikum näherbringen wird. Als Grundpfeiler des großen englischen Pub-Theaters ist der Veranstaltungsort ein wesentlicher Teil dieses Charmes, und dank der fehlerlosen Klavierdarstellung von Panaretos Kyriatzidis (eine effektiv wartungsarme Anordnung) kein Hindernis für die Inszenierung. Doch in diesem Fall, trotz eines einfallsreichen Bühnenbilds und einer sensationellen Hauptdarstellerin, war ich enttäuscht, da das vielversprechende Grundkonzept nicht ganz zusammenhielt.

Emma Walsh als Violetta in La Traviata. Foto: Bill Knight

Violetta (Emma Walsh) ist Tänzerin in einem schäbigen, aber exklusiven Stripclub, der von Flora (Gráinne Gillis) geleitet wird und von dem Labour-Politiker Richard Sinclair (Victor Sgarbi) frequentiert wird. Eines Abends bringt er seinen Sohn Elijah (Alex Haigh), einen begabten Musiker mit wenig Erfahrung mit Frauen. Er verliebt sich in Violetta und sie ergreift die Chance auf einen Neuanfang. Weder Flora noch Sinclair können die Verbindung ertragen, und bald steht Violetta vor einer schrecklichen Entscheidung.

Mit nur 110 Minuten, einschließlich einer Pause, ist das Stück äußerst zugänglich für diejenigen, die wie Blackadder, die Endlosigkeit der Oper beklagen. Es lässt jedoch die Erzählung etwas leichtgewichtig erscheinen. Dies ist zwar eine berechtigte Kritik an zahlreichen exemplarischen Opern, ist hier jedoch besonders auffällig. Die Handlung ist in vier getrennte Szenen verdichtet, wobei Becca Marriots Libretto und das vielseitige Bühnenbild – das überzeugend vom Club in ein Einzimmerapartment transformiert – den Rest zusammenhalten. Violettas Beziehung zu Elijah ist, wie bei Alfredo in Verdis Original, vorbei, bevor sie die Chance hat zu gedeihen oder bevor unsere Hoffnungen und Ängste sich mit ihnen entfalten können. Das ist in Ordnung – doch problematisch ist, dass die Adaption nicht durch den Aufbau der Welt ihrer Charaktere ausgleicht.

Emma Walsh (Violetta) und Alex Haigh (Elijah) in La Traviata. Foto: Bill Knight

Marriots Libretto ist sprachlich geschickt und oft wirkungsvoll, doch mit Ausnahme von Violetta fehlt es seinen Charakteren an Komplexität. Sinclairs Erwähnungen des Skandals, der Elijah folgen wird, wenn er bei ihr bleibt, sind zu erklärend, um zum Nachdenken anzuregen. Währenddessen wird der besitzergreifende Eifer und der beiläufige Sexismus seines Sohnes (angetrieben durch Wut und Trank) für ein modernes Publikum höchst relevant, aber er wird nicht als toxische Männlichkeit präsentiert, sondern als die irrige Leidenschaft eines verzweifelten jungen Mannes. Da diese Handlungen den Großteil seiner Bühnenzeit prägen, ist es schwierig, sich mit der Art der wehmütigen Trennung des Paares abzufinden, die sich aus den falschen Gründen tragisch anfühlte. Im Gegensatz dazu erscheint Flora nicht als die unvernünftige Autoritätsperson, die von der Handlung gefordert wird, sondern als einfühlsame aber faire Geschäftsfrau, deren Handlungen, wären da nicht Gillis' charismatische Darstellung, ebenso gut außerhalb der Bühne hätten stattfinden können.

Die oben genannten drei waren in ausgezeichneter gesanglicher Form, wobei Haigh und Sgarbi in ihren Rollen aufgingen, während die Leidenschaften ihrer Charaktere aufflammten. Gillis' starke Mezzotöne waren sogar noch beeindruckender und verliehen Flora angemessene Gravitas. Diese höchste Anerkennung gebührt jedoch Walshs hervorragender Violetta, die den Kreislauf der Schmerzen, Liebe, Wut und Resignation von La Traviata mit beeindruckendem vokalen Umfang, unerschütterlicher Tonhöhe und einem äußerst ausdrucksvollen Gesicht meisterhaft darstellt. Wäre die Oper ein wenig länger gewesen, hätten sich eine Vielzahl philosophischer und satirischer Möglichkeiten entfalten können, die ihrer Tragödie eine unverzichtbare Komplexität verliehen hätten. So verblieb es ein fehlerhaftes Stück, bei dem die Zuschauererwartungen unterschiedlich ausfallen mögen, aber eines, das zweifellos durch seine Hauptfigur gehoben wurde.

Alex Haigh (Elijah) und Gráinne Gillis (Flora) in La Traviata. Foto: Bill Knight

Die La Traviata des King’s Head Theatre zeigt Verdis Tragödie in einem modernen Umfeld, doch das leichtgewichtige Narrativ und die unterentwickelten Charaktere ließen mich ungebildet und nicht überzeugt zurück. Dennoch werden das exzellente Bühnenbild und die guten Leistungen, nicht zuletzt Emma Walshs außergewöhnliche Violetta, mich dazu veranlassen, die zukünftige Arbeit der Gesellschaft zu verfolgen.

Bis zum 27. Oktober 2018

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