NACHRICHTEN-TICKER
REZENSION: La Bohème, King's Head Theatre ✭✭✭
Veröffentlicht am
6. September 2016
Von
danielcolemancooke
La Bohème
King’s Head Theatre
5. September 2016
3 Sterne
Puccinis La Bohème hat viele Boy-meets-Girl-Geschichten inspiriert (nicht zuletzt das erfolgreiche Musical Rent). Doch noch nie zuvor wurde es ins moderne East London transportiert, die unerwartete Heimat dieser neuen Adaption.
Die vertraute Geschichte beginnt mit Ralph und Mark, zwei jungen Mitbewohnern, die finanzielle Schwierigkeiten haben. Während Ralph alleine arbeitet, wird er von seiner Nachbarin Mimi unterbrochen, die hungrig ist und ein Feuerzeug sucht. Sie verlieben sich, ebenso wie Mark mit seiner ehemaligen Partnerin Musetta. Die zwei Paare leben zunächst glücklich zusammen, bis Eifersucht und Sucht drohen, sie auseinander zu reißen.
Es ist nie einfach, eine komplexe Oper in die Moderne zu übertragen, und die Schauspieler haben sicherlich ihr Bestes gegeben. Dennoch schien es, als würde das Stück oft auf einfache Witze zurückgreifen, besonders in der ersten Hälfte.
Manchmal litt es unter dem „Jerry Springer the Opera-Syndrom“, bei dem aktuelle Bezüge und Fluchen für billige Lacher verwendet wurden, anstatt einen bedeutungsvollen gesungenen Dialog zu entwickeln. Die zweite Hälfte war aus diesem Grund stärker, schien jedoch immer noch an Rhythmus und Fluss in den Liedtexten zu mangeln.
Dies war eine provokative und intime Version, die das Publikum hautnah heranbrachte. Es gibt viel Publikumsinteraktion, was eine spaßige Atmosphäre schafft, obwohl es als Mittel ein wenig übertrieben eingesetzt wurde.
Das Skript wurde von einer äußerst talentierten Besetzung zum Leben erweckt. Ralph, gespielt von Matthew Kimble, gab eine sehr tiefe und emotionale Vorstellung, mit einer bewegenden und überzeugenden Darstellung der Verzweiflung seines Charakters. Thomas Humphreys‘ Mark bildete mit Kimble ein starkes Doppel und zeichnete sich durch seine feine Baritonstimme aus.
Honey Rouhanis Darstellung der Femme Fatale Musetta war ein hervorragendes Stück physisches Schauspiel und sorgte für viele Lacher. Das Quartett vervollständigte Becca Mariott als Mimi, die eine superbe Sopranstimme hatte, obwohl ihre Aussprache manchmal weniger klar war als die ihrer Kollegen. Sie wurden alle von einer ausgezeichneten Zwei-Mann-Band unterstützt, die gut von Panaretos Kyriatzidis geleitet wurde.
Letztes Mal, als ich im King’s Head Theatre war, erwähnte ich die stickige Temperatur, und es war heute kaum besser. Selbst an einem ziemlich milden Tag war es sehr heiß für das Publikum (ganz zu schweigen von der armen Besetzung). Sie müssen das vor dem nächsten Sommer ansprechen, da es von einem ansonsten brillanten Veranstaltungsort ablenkt.
Während Adam Spreadbury-Mahers Version von Puccinis La Bohème originell und wunderschön gesungen ist, gelingt es ihr nicht, den gesamten Zauber des Originals einzufangen. Ein stärkeres Libretto würde diese von einer soliden Produktion zu einem Muss transformieren.
Fotos: Andreas Grieger
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